Das Konsumverhalten der Österreicher:innen ist derzeit stark von den drei „K” geprägt: weltpolitischen Krisen, die Konsumstimmung und Kaufverhalten beeinflussen; dem Klima, das Angebot, aber auch Nachfrage bestimmt; und Kriterien wie Qualität und Herkunft der Lebensmittel.
Der Preis entscheidet, aber nicht nur
Das verdeutlicht die aktuelle Rollierende Agrarmarktanalyse (RollAMA) der AMA-Marketing für das erste Halbjahr 2026. „Konsumentinnen und Konsumenten planen ihre Einkäufe genauer, suchen nach Aktionen, vergleichen Preise intensiver und geben insgesamt weniger aus”, so Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing.
Gerade wenn stärker auf den Preis geachtet würde, brauche es verlässliche Orientierung am Regal, etwa durch Güte- und Bio-Siegel, die Vertrauen schafften. „Sie stehen für geprüfte Qualitätsstandards, nachvollziehbare Herkunft und unabhängige Kontrollen”, so Mutenthaler-Sipek.

Bio war noch nie so gefragt
Dass den Österreicherinnen und Österreichern „Natürlichkeit” der Lebensmittel immer wichtiger wird, zeigt sich an spezifischen Warengruppen: So verdrängt etwa Butter immer stärker die stark verarbeitete Margarine und Frischgemüse nimmt im Verhältnis zu Konservenprodukten zu.
„Wir sind in Europa Bio-Spitzenreiter mit einem All-Time-High von 13 Prozent am Anteil aller verkauften Lebensmittel.”
Und dann natürlich das Thema Bio: „Wir sind in Europa Bio-Spitzenreiter mit einem All-Time-High von 13 Prozent am Anteil aller verkauften Lebensmittel”, sagt Mutenthaler-Sipek. Die Entwicklung wurde in Österreich stark durch den Handel getrieben – und verläuft seit Jahren stetig positiv.

Österreichische Lebensmittel beliebt
Zusätzlich wird immer stärker auf Regionalität und Qualität geachtet, wie die Ergebnisse des Marktforschungsinstituts YouGov zeigen. „Österreichische Produkte genießen bei den Konsumentinnen und Konsumenten einen enorm hohen Stellenwert”, sagt Klara Fichtenbauer, Senior Consultant YouGov. „Drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher sind der Meinung, dass heimische Lebensmittel qualitativ am besten sind – und diese Zustimmung ist gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich gestiegen.”
Außer Haus ins Gasthaus
Und wie sieht es beim Außer-Haus-Konsum aus? Am liebsten wird in Österreich noch immer im Gasthaus gegessen (27 Prozent), zugleich ordnet sich der Gastronomie-Markt neu: Betriebe verschwinden, Anbieter verändern ihre Formate und „schnelle Konzepte” gewinnen an Bedeutung (Imbiss, Take-Away, Fast Food – 12 Prozent).

Bio und frisch soll’s sein
„Die Bio-Anteile steigen, in der Gastronomie und im Gastro-Großhandel – und hier vor allem bei Milchprodukten”, erklärt Michaela Schantl, Leiterin Marktforschung der AMA-Marketing. Zugleich punkteten bei den Österreicherinnen und Österreichern vor allem Restaurants mit heimischer Küche und lokalen Gerichten.
„Die Konsumentinnen und Konsumenten wollen auch in der Gastro österreichische Waren finden und wünschen sich Gerichte aus frischen Zutaten.”
Anhand einer Motivanalyse zeichnet Schantl ein klares Bild. „In der Gastronomie wird zuerst auf Sauberkeit, Service und Qualität der Speisen geschaut, erst dann auf den Preis”, sagt sie. „Betriebe mit regionalen Spezialitäten werden bevorzugt. Die Konsumentinnen und Konsumenten wollen auch in der Gastro österreichische Waren finden und wünschen sich Gerichte aus frischen Zutaten – das ist extrem wichtig!”
Weitere Details und Informationen zur RollAMA-Präsentation für das erste Halbjahr 2026 finden Sie hier.
















