Wer schon mal den Deckel von einem Topf gehoben hat, der seit Stunden auf dem Herd steht, kennt dieses Gefühl: Da muss man gar nicht probieren. Die Nase hat längst entschieden. Sie weiß es, bevor der Gaumen überhaupt gefragt wird – und sie lügt so gut wie nie.
Dieses uralte Wissen hat längst die Küche verlassen. Parfumeure arbeiten seit Jahrhunderten mit Geruchsarchitektur. Winzerinnen und Winzer schulen ihre Nasen jahrelang, bevor sie ein Urteil fällen. Und jetzt stellt sich heraus: Auch Automobilhersteller riechen – und zwar systematisch.

Eine Nase als Messinstrument
Im Geruchslabor der BMW Group in München werden Materialien, Bauteile und komplette Fahrzeuginnenräume unter realitätsnahen Bedingungen geprüft. Die Analyse erfolgt durch geschulte sensorische Expertinnen und Experten – der Mensch bleibt dabei ein zentrales Messinstrument, ergänzt durch moderne Messtechnik. Das erinnert frappierend an das, was wir in Gaumen Hoch-Betrieben regelmäßig erleben: Qualitätsbewusstsein, das sich nicht auf Zahlen verlässt, sondern auf Erfahrung und Wahrnehmung.
„Gesundheit und Wohlbefinden sind für uns ein integraler Bestandteil der Produktnachhaltigkeit. Unsere Kunden erwarten Produkte, die ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden gezielt berücksichtigen.“
Seit mehr als 25 Jahren setzt das Unternehmen eigene Testmethoden ein, um Emissionen und Geruchsprofile im Innenraum zu messen – und aktuelle Erkenntnisse aus Toxikologie und Sensorikforschung fließen kontinuierlich in interne Standards ein.
Kein künstliches Aroma – nirgends
Was in der Küche als Qualitätszeichen gilt, gilt offenbar auch im Auto: Auf künstliche Duftinszenierung wird bei BMW bewusst verzichtet. Beim Münchner Autohersteller hat man dafür extra die Stelle der „Creative Director Fragrances BMW Group“ geschaffen und diese mit Parfümeurin Annabelle Coffinet besetzt. Das gemeinsame Ziel ist ein authentischer, dezenter, hochwertiger Innenraumgeruch – einer, der zum Produkt gehört, nicht drübergesprüht wurde.

Für die Gaumen Hoch-Gemeinschaft klingt das vertraut. Wir kennen den Unterschied zwischen einem Käse, der nach sich selbst riecht, und einem, der nach Industrieproduktion riecht. Wir kennen Weine, deren Bouquet entsteht – und solche, wo es gemacht wurde. Die Parallele ist keine Metapher. Sie ist eine gemeinsame Haltung: Echtheit vor Effekt.
Materialität als ethische Frage
Der neue BMW i3 steht laut Hersteller exemplarisch für einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz: hoher Anteil an Sekundärmaterialien, innovative Materialkonzepte im Innenraum, konsequente Dekarbonisierung über den gesamten Lebenszyklus. Gesundheit und Wohlbefinden sind dabei keine Marketingvokabeln, sondern in Prozesse und Standards integrierte Produkteigenschaften.

Was Emissionen aus Materialien mit dem Wohlbefinden von Menschen zu tun haben, ist eine Frage, die uns auch beim Essen vertraut ist. Wie ein Lebensmittel hergestellt wird, wirkt sich auf jene aus, die es essen. Wie ein Innenraum gebaut wird, wirkt sich auf jene aus, die darin fahren. Die Fragen sind dieselben – nur der Kontext ist ein anderer.



Geruch ist eine unterbewusste Dimension. Er prägt Emotionen, Erinnerungen und – das zeigt uns die Sensorikforschung – das subjektive Sicherheitsempfinden. In der Küche wissen wir das schon lang. Schön, wenn diese Erkenntnis auch anderswo ankommt.
Gaumen Hoch – Über den Tellerrand
In dieser Kategorie wagen wir den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand: Wir richten unseren Fokus auf nachhaltige Ansätze in Branchen jenseits der Kulinarik – und entdecken dabei überraschende Parallelen. Denn ob Landwirtschaft, Handwerk oder Industrie: Überall entstehen Ideen und Methoden, die zeigen, wie verantwortungsbewusstes Wirtschaften gelingen kann.
Im Sinne von Gaumen Hoch interessiert uns dabei vor allem eines: Was können wir daraus lernen? Welche Ansätze lassen sich auf Gastronomie, Verarbeitung und Handel übertragen? „Über den Tellerrand“ ist eine Einladung, neue Perspektiven einzunehmen – und gemeinsam mit unserer Gemeinschaft Wege zu einer bewussteren, zukunftsfähigen Ernährung weiterzudenken.
















