Hotel Nils am See

Das Boutiquehotel in Weiden am Neusiedler See setzt auf Energieautarkie, regionale Küche und einen Küchenchef, der burgenländische Produkte mit asiatischer Kochkunst verbindet.
Nils am See
© Nils am See

Genussvoll vor Anker gehen

von Wolfgang Maria Gran

Mit erst vier Jahren ist es noch sehr jung, aber in manchen Bereichen schon voll „ausgewachsen“ und ein echtes Vorbild. Das Hotel „Nils am See“ in der Weinbaugemeinde Weiden am Nordostufer des Neusiedler Sees wollte nämlich von Anfang an mehr sein als nur ein weiterer Beherbergungsbetrieb im Schilfgürtel.

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Andrea Blaska, Nils am See

Klein, fein und vor allem fit für die Zukunft, lautete die Devise bei der Errichtung. Eine Destination für zeitlose Sehnsüchte wie Stille und Natur im Gewand moderner Architektur. Dafür steht schließlich auch der Name, der hier tatsächlich Programm ist – Natürlich, individuell, lässig, stylisch, einfach Nils.


„Die Nachhaltigkeit ist in unserem Haus das ganz große Thema. Das zieht sich von der Energieversorgung bis hin zum Lebensmitteleinkauf für die Küche.“
Andrea Blaska

„Wir sind im vierten Jahr dort angekommen, wo wir hinwollten“, sagt Hoteldirektorin Andrea Blaska voller Stolz. Das Boutiquehotel mit dem außergewöhnlichen Design steht weitgehend energieautark da. Zwei Luftwärmepumpen, eine Photovoltaikanlage am Dach und Erdwärme aus 100 Metern Tiefe versorgen das Haus mit Energie – bis hin zur schwedischen Sauna und dem ganzjährig beheizten Outdoor-Pool.

Die Speisereste, die in der Küche anfallen, kommen in einen Konvektor, werden dann in einem großen Ballon unter der Bodenplatte gesammelt, abgeholt und in entsprechenden Betrieben weiterverarbeitet. „Das ist nur ein Beispiel dafür, wie wir versuchen, möglichst nachhaltig zu agieren und nichts zu verschwenden“, erklärt Andrea Blaska.

Die große Leichtigkeit des Seins

Ein Aufenthalt im „Nils am See“ soll, so schreiben die Betreiber auf ihrer Homepage, „die Leichtigkeit einer Seereise“ in sich tragen. Vor Anker geht man bei dieser Reise im Sinn des Wortes im Restaurant „Ankkuri“, dem finnischen Wort für Anker. Seit knapp eineinhalb Jahren steht die Küche unter der Leitung von Küchenchef Stefan Pichler, der sein Handwerk über viele Jahre hinweg verfeinert und insbesondere den Umgang mit Wild perfektioniert hat.

© Nils am See
Nils am See
Außergewöhnliches Design und der Blick fürs Detail zeichnen das Boutiquehotel aus.

Mit feinem Gespür verbindet er regionale burgenländische Köstlichkeiten mit der Raffinesse asiatischer Kochkunst: „Er zaubert unglaubliche Kreationen hervor und soll bei uns eine Plattform haben, auf der er sich und sein großes Können präsentieren kann“, schwärmt Hoteldirektorin Blaska vom jungen, aber dennoch bereits sehr erfahrenen Maestro in der Küche. Dass die saisonalen Erntezeiten die Gestaltung der Speisekarte mitbestimmen, versteht sich in diesem Haus von selbst.

© Nils am See
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Kulinarisch bewegt sich das Restaurant Ankkuri unter Küchenchef Stefan Pichler zwischen burgenländischen Produkten und asiatischen Einflüssen.
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Nils am See
Kulinarisch bewegt sich das Restaurant Ankkuri unter Küchenchef Stefan Pichler zwischen burgenländischen Produkten und asiatischen Einflüssen.

Auch die Umstellung auf Bio-Produkte ist im „Nils am See“ in vollem Gang: „Wir haben sehr viele Gäste, die nicht nur gut essen, sondern sich auch gesund ernähren wollen. Deshalb sind wir sehr dahinter, dass immer mehr unserer Rohstoffe aus biologischer Produktion oder Haltung sind“, erklärt Andrea. Die Gäste kommen bereits in den Genuss von Bio-Butter, Bio-Grana oder Bio-Joghurt, und auch Bio-Lachs, Bio-Pastinaken und -Paradeiser haben ebenso wie Ruccola und Äpfel aus biologischem Anbau sowie Bio-Lamm aus der Region Eingang in die Speisekarte gefunden. Dass Fisch- und Wildgerichte hier im Seewinkel zu den „signature dishes“ des Restaurants „Ankkuri“ gehören, liegt auf der Hand.

„Ich habe eine große Liebe zu Details in mir. Eines der schönsten Komplimente, das man mir machen kann, lautet: Man merkt, wie sich deine Seele im Hotel widerspiegelt.“
Andrea Blaska

Eldorado für Weinlieber:innen

Ein zentrales Thema ist in dieser Region natürlich der Wein, und auch da kommt man im „Nils am See“ auf seine Rechnung. Die entsprechende Karte umfasst Weine von regionalen Winzerinnen und Winzern ebenso wie nationale und internationale edle Tropfen. Aber auch, wenn man hier nicht umsonst nach einer Flasche „Opus One“ aus Kalifornien fragen muss, bleibt der Schwerpunkt in der Region. In der Weinbar im angebauten „Atelier 7121“, benannt nach der Postleitzahl von Weiden, finden regelmäßig Verkostungen statt, und dort dürfen regionale Winzer:innen auch die Weine des Monats präsentieren.

© Nils am See
Nils am See
Zimmer mit exklusivem Mobiliar im gehobenen Boho-Stil laden zum Verweilen und Fallenlassen ein.
© Nils am See
Nils am See

Auch wenn Andrea Blaska einleitend gesagt hat, man fühle sich im vierten Jahr des Bestehens angekommen, ist der Weg noch lange nicht zu Ende gegangen in diesem speziellen Haus. Seit dem Herbst 2025 steht mit dem „Atelier 7121“ ein Eventbereich zur Verfügung, der vor allem Seminargästen ein außergewöhnliches Ambiente bietet. Und das Restaurant „Ankkuri“ soll noch mehr im Bewusstsein der Gäste am Neusiedler See verankert werden – als kulinarische Destination, die nicht nur Hotelgäste verwöhnt, sondern für alle offen steht. Und wenn die Küche „das Beste aus Wald, Wiese und See“ verspricht, kann man an diesem Platz davon ausgehen, nicht mit etwas Zweitbestem abgespeist zu werden.

Andrea Blaska, Nils am See

Andrea Blaska

Was ist dein Lieblingsgetränk?
Ich bin eine absolute Süßweintrinkerin. Eine Trockenbeerenauslese mit einem guten Stück Käse dazu, das ist genau meines.
Wo findet man dich, wenn du nicht im Hotel bei der Arbeit bist?
Beim Mountainbiken mit meinem Mann im Wald.
Wovon kannst du nicht genug kriegen?
Von guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Was kann man von dir lernen?
Meine Genauigkeit und vielleicht auch meine gute Art und Weise, mit Dingen umzugehen.
Was war der erste Job deines Lebens?
Genau genommen, waren das die Praktika während meiner Ausbildung in der Hotelfachschule. Aber der erste wirkliche Job war Flugbegleiterin bei der AUA.

Hotel Nils am See ist Mitglied von Gaumen Hoch*

*Gaumen Hoch ist eine Gemeinschaft von Menschen aus der Gastronomie, der Landwirtschaft, aus dem Weinbau, der Hotellerie, dem Lebensmittel-Verkauf und der -Verarbeitung, die sich mit ihrem verantwortungsvollen Handeln für einen gastronomischen Wandel einsetzen. Mit ihrer Mitgliedschaft leisten sie einen Beitrag, um diese Veränderung zu unterstützen. Gaumen Hoch-Mitglieder bekennen sich zu unserem Wertemanifest und werden jährlich von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle geprüft.

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