Der SoLaWi Waldgarten bringt die Ernte nach Wien

Ab dieser Saison kommen die Gemüsekisten erstmals aus Markgrafneusiedl wöchentlichen per Hauszustellung zu Mitgliedern in Wien.
SoLawi Waldgarten
© SoLawi Waldgarten

Frisches Bio-Gemüse aus solidarischer Landwirtschaft – und das künftig direkt bis vor die eigene Wohnungstür: Ab dem Saisonstart am 22. Mai bietet Armin Aschenbrenner vom SoLaWi Waldgarten in Markgrafneusiedl erstmals eine Hauszustellung für seine Mitglieder in Wien an. Die wöchentlichen Gemüsekistln können dann bequem geliefert werden, statt sie an einem der bisherigen Abholpunkte abzuholen.

Bisher organisierte die solidarische Landwirtschaft ihre Ausgabe über mehrere Abholstationen in Wien – etwa bei Vereinen oder an frei zugänglichen Standorten mit Code. Doch im vierten Anbaujahr seiner solidarischen Landwirtschaft hat Aschenbrenner einen Partner gefunden, mit dem sich nun zusätzlich die Liefer-Option für Wiener Mitglieder auftut. Das könnte gut ankommen, denn „viele haben mir rückgemeldet, dass sie die Idee toll finden, aber das regelmäßige Abholen über die ganze Saison hinweg manchmal schwierig ist“, erzählt Aschenbrenner.

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Frisch geerntetes, saisonales Gemüse aus dem SoLaWi Waldgarten: Die wöchentlichen Kisten versorgen Mitglieder in Wien während der Saison mit abwechslungsreichen Zutaten direkt vom Feld.

Der neu gefundene Logistikpartner wird die Lieferung nun möglich: Dieser bringt die Kisten direkt vor die Haustür, kann dank Postschlüssel und Zugangskarten auch in Wohnhäuser gelangen und stellt die Ernte dort ab. Für Mitglieder entstehen dafür Lieferkosten von vier Euro pro Kiste.

Zwei Kistengrößen – je nach Bedarf

Die Lieferung gilt für alle Mitglieder, die in Wien wohnen. Wie bisher basiert das Modell auf einem monatlichen Mitgliedsbeitrag während der Saison von Ende Mai bis Ende November – insgesamt 28 wöchentliche Gemüsekisten.

Mitglieder können zwischen zwei Varianten wählen:

  • Kleine Kiste: der „halbe Ernteanteil“, 106 Euro pro Monat, also 26,50 Euro pro Woche
  • Große Kiste: 144 Euro pro Monat, also 36 Euro pro Woche

Die kleine Kiste reicht laut Aschenbrenner etwa für eine Person mit mehreren selbst gekochten Mahlzeiten pro Woche. Die große Kiste deckt derweil den Bedarf für sieben vollwertige Mahlzeiten ab. Damit das Gemüse auch wirklich auf dem Teller landet, liegen jeder Lieferung passende Rezeptideen bei – abgestimmt auf die aktuelle Ernte.

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Vielfalt aus solidarischer Landwirtschaft: Jede Woche landet eine neue Auswahl an regionalem Gemüse aus dem Waldgarten in den Gemüsekisten der Mitglieder.

Saisonstart mit frischem Frühlingsgemüse

Zum Auftakt im Mai dürfen sich Mitglieder auf eine typische frühsommerliche Mischung freuen. In den ersten Kisten könnten unter anderem enthalten sein:

  • rosa Oster-Rettiche
  • Spinat
  • ein Kresse-Töpfchen
  • junge Fenchelbünde
  • frische Kräuter wie Liebstöckel, Dill und Petersilie
  • Erdäpfel (vom Biohof Bonaterra aus Deutsch Wagram)
  • Käräuterseitlinge (von Marchfelder Bio-Edelpilze)
  • Rübstiel (ein aromatischer Blattkohl zum Kochen)

Da im Frühling noch nicht alles am Feld reif ist, ergänzt Aschenbrenner die Kisten gelegentlich mit haltbaren Produkten aus der eigenen Ernte des Vorjahres – etwa Popcornmais oder hausgemachtes Chilipulver – oder auch zum Anfang und Ende der Saison mit Erzeugnissen von Nachbar-Bio-Bäuerinnen und -Bauern.

Ein Waldgarten als landwirtschaftliches Experiment

Der SoLaWi-Betrieb selbst unterscheidet sich deutlich von klassischen Gemüsefeldern: Aschenbrenner arbeitet mit einem Waldgarten-System, bei dem Baumreihen zwischen den Gemüsebeeten wachsen. Diese Struktur bringt gleich mehrere Vorteile.

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Der SoLaWi Waldgarten in Markgrafneusiedl aus der Vogelperspektive: Baumreihen zwischen den Gemüsebeeten schaffen Windschutz, fördern Biodiversität und sorgen für ein stabiles Mikroklima auf dem Feld.

Die Bäume dienen zunächst als Windschutz – ein entscheidender Faktor in der windreichen Region rund um Markgrafneusiedl. Sie reduzieren Bodenerosion und schaffen gleichzeitig kleine Mikroklimata: Einige Beete erhalten mehr Schatten, andere mehr Sonne, wodurch sich unterschiedliche Kulturen besser anbauen lassen.

Gleichzeitig sorgen Hecken, Rankpflanzen und Obststräucher für eine deutlich höhere Biodiversität als auf Monokulturfeldern. Insekten, Vögel und andere Tiere finden hier Nahrung und Lebensraum – und der Boden profitiert davon, dass die Baumreihen Feuchtigkeit speichern und das Mikroklima stabilisieren.

Für die Mitglieder bedeutet das nicht nur abwechslungsreiche Kisten, sondern auch ein gutes Gefühl: Sie unterstützen ein Landwirtschaftsmodell, das Ernte, Ökologie und Gemeinschaft miteinander verbindet – und ab dieser Saison sogar besonders bequem bis vor die eigene Haustür kommt.

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