Nachhaltigkeit ist kein Endzustand und kein Etikett. Sie entsteht dort, wo Ziele transparent gemacht, Maßnahmen überprüfbar und Zielkonflikte offen benannt werden. Genau hier setzt die Nachhaltigkeits-Agenda 2030 von Vöslauer an. Im Gespräch erklärt Geschäftsführer Herbert Schlossnikl, was dahintersteht – und wo Nachhaltigkeit konkret wird.

Vöslauer & Nachhaltigkeit – kurz erklärt
- 100 % rePET bei Einwegflaschen
- PET-Mehrweg seit 2022
- Science Based Targets
- –28 % CO₂ bis 2030 (Basis 2019)
- Fokus: Reduktion statt Kompensation
Zahlen und Angaben laut Unternehmen, Stand 2025.
Warum wir dieses Gespräch führen
Viele Unternehmen sprechen über Nachhaltigkeit. Wenige legen offen, wie sie sie messen, wo sie investieren und welche Zielkonflikte dabei entstehen. Uns interessiert nicht die perfekte Lösung, sondern der nachvollziehbare Weg. Dieses Interview ist Teil unserer redaktionellen Auseinandersetzung mit Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette – vom Produkt bis zur Kommunikation.
„Nachhaltigkeit ist kein Endzustand“
Vöslauer steht seit langem für nachhaltiges Engagement. Nun gibt es die Nachhaltigkeits-Agenda 2030: Wie und mit wem wurde sie entwickelt?

Herbert Schlossnikl: Es ging uns darum, Vorhaben und Ziele zu verankern und transparent zu machen. Die Agenda ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses gemeinsam mit Geschäftsführung, internen Expert:innen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen sowie externen Partner:innen. Nachhaltigkeit ist kein Endzustand, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, den wir konsequent und Schritt für Schritt weiterverfolgen.
Im Mittelpunkt stehen ressourcenschonende Produktion, konsequente Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Innovationen, Chancengleichheit und gesellschaftliches Engagement. Damit machen wir nicht nur unsere Produkte und unser Unternehmen Schritt für Schritt nachhaltiger, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zur Unterstützung des Pariser Klimaschutzabkommens und des European Green Deal.
Ein zentraler Schwerpunkt unserer Strategie ist die Reduktion von Treibhausgasemissionen. Deshalb haben wir uns zu den „Science Based Targets“ verpflichtet und verfolgen das Ziel, unsere CO₂-Emissionen bis 2030 um 28 Prozent gegenüber 2019 zu senken.
Kreislaufwirtschaft als Pionierarbeit
Auf welche Innovation oder Neuerungen sind Sie besonders stolz?
Herbert Schlossnikl: Sicherlich auf unsere Pionierrolle in der Kreislaufwirtschaft. Etwa, dass wir schon vor fünf Jahren als eines der ersten Unternehmen alle Einweg-PET-Flaschen auf 100 Prozent rePET umgestellt haben. Oder auch die Einführung der PET-Mehrwegflasche, die wir 2022 als einziges Unternehmen unserer Branche umgesetzt haben.
Unser Anspruch ist es, Kreisläufe ganzheitlich zu denken und nachhaltige Lösungen marktfähig zu machen. Nachhaltigkeit, Funktionalität und wirtschaftlicher Erfolg sind kein Widerspruch, sondern stärken sich gegenseitig.

rePET – Recycling als System, nicht als Schlagwort
Was bedeutet das rePET-System und seit wann wird es bei Vöslauer eingesetzt?
Herbert Schlossnikl: rePET, die Kurzform von recyceltem PET, ist nichts anderes als Material aus gesammelten Getränkeflaschen. Gemeinsam mit Partner:innen nutzen wir diese als Ausgangsmaterial für die Herstellung neuer Flaschen. Wir haben dafür einen einfachen Begriff gesucht: rePET.
rePET ist auch ein Nachhaltigkeitsziel, um natürliche Ressourcen zu schützen und sparsam mit ihnen umzugehen. Das Gute daran: Es besitzt dieselben Materialeigenschaften wie das Ausgangsmaterial. Es ist einfach viel zu schade, PET-Material nur ein einziges Mal zu verwenden. Wir schaffen einen Recyclingkreislauf, in dem aus alten PET-Flaschen wieder neue werden. Und neue. Und neue.
Wo Nachhaltigkeit wirklich herausfordert
Was ist in der Produktion die größte Herausforderung in Sachen Nachhaltigkeit?
Herbert Schlossnikl: Die größte Herausforderung liegt darin, alle Schritte entlang der Wertschöpfungskette effizient zu optimieren. Es geht nicht nur um die Herstellung der Produkte, sondern auch um den Energieeinsatz, die Reinigung und Logistik von Mehrweg- und Pfandflaschen, die Materialwahl bei PET und Glas sowie den Transport.
Wir wollen Prozesse so gestalten, dass ökologische Vorteile realisiert werden. Das erfordert Investitionen, Weiterentwicklung und eine sehr enge Abstimmung zwischen Produktion, Logistik und Handel.

Reduktion statt Kompensation
Vöslauer verzichtet bewusst auf CO₂-Zertifikate. Wie sehen die konkreten Schritte aus?
Herbert Schlossnikl: Der Fokus liegt auf echten Reduktionen aus eigener Kraft. Zu den konkreten Maßnahmen zählen unter anderem 100 Prozent Ökostrom in der Produktion, der Ausbau der Photovoltaik-Anlagen, Wärmerückgewinnung und der schrittweise Ersatz fossiler Energieträger, genauso wie Materialeinsparungen bei Verpackungen oder effizientere Logistik, etwa durch Bahntransporte. Unser Anspruch ist es, messbar Emissionen dort zu senken, wo sie entstehen.
Wie kommt das am Markt an?
Gibt es Reaktionen aus dem Markt – und wird das auch weitererzählt?
Herbert Schlossnikl: Ja, ganz klar. Wir merken, dass Konsument:innen und Gastronomiepartner:innen positiv reagieren, insbesondere auf unseren konsequenten und transparenten Zugang zur Nachhaltigkeit. In der Gastronomie wird das Thema auch durchaus aktiv kommuniziert – etwa durch Mehrweg oder die Herkunft und Qualität des Wassers. Viele Betriebe sehen das als Mehrwert für ihre Gäste und als Teil ihrer eigenen Haltung. Nachhaltigkeit wird damit nicht nur umgesetzt, sondern auch erzählt – und das ist entscheidend, um Bewusstsein zu schaffen und Veränderung gemeinsam voranzutreiben.
Was wir daraus mitnehmen
Dieses Gespräch zeigt: Nachhaltigkeit wird dann relevant, wenn sie messbar, überprüfbar und widerspruchsfähig ist. Vöslauer setzt stark auf Reduktion und Kreisläufe – Bereiche, die aufwendig sind und keine schnellen PR-Erfolge liefern. Gleichzeitig bleiben Zielkonflikte bestehen, etwa bei Logistik oder Materialeinsatz. Genau diese Offenheit macht den Ansatz interessant – und diskussionswürdig.
Dieser Inhalt entstand in Zusammenarbeit mit Vöslauer als Sponsor von Gaumen Hoch. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei der Redaktion.
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