Der BioBauernhof Böhm im Waldviertel steht für hochwertige Bio-Erdäpfel, Direktvermarktung und eine Landwirtschaft, die Qualität über Masse stellt. Sascha Böhm führt den seit 2002 biozertifizierten Familienbetrieb mit Innovationsgeist in eine neue Generation – regional verwurzelt und unternehmerisch gedacht.
Ein Concierge in einem Wiener Luxushaus wie dem Hotel Sacher oder The Guesthouse ist nicht so leicht zu beeindrucken. Sascha Böhm versucht es trotzdem, spaziert mit einem Sack Waldviertler Bio-Erdäpfel hinein und verkündet: „Ich würde Sie gerne in Zukunft beliefern.“
„Ich möchte als Bauer mit meinem Produkt nicht anonym sein.“
Kann das funktionieren? Ja! „Der Aufbau eines Netzwerks und der direkte Kontakt mit den Menschen machen mir Spaß. Ich möchte als Bauer mit meinem Produkt nicht anonym sein“, erzählt Sascha. Über die g’schmackigen Erdäpfel habe sich bisher noch jede:r gefreut und im besten Fall entstehe daraus eine Partnerschaft.

„Ich traue mich zu behaupten, dass die besten Erdäpfel aus dem Waldviertel kommen.“
Sascha beliefert seine Kund:innen selbst mit einem elektrisch betriebenen Fahrzeug und schafft so resiliente, nachhaltige Beziehungen. „Wir punkten nicht mit Masse, sondern mit Qualität. Da ist Direktvermarktung das Einzige, was für mich Sinn ergibt.“
Bio-Erdäpfel aus dem Waldviertel
Wer die Produkte erst mal probiert hat, braucht nicht mehr viel Überzeugung. „Ich traue mich zu behaupten, dass die besten Erdäpfel aus dem Waldviertel kommen“, sagt Sascha. Eine Erkenntnis, die sich über die Jahre bestätigt hat – nicht zuletzt durch das Feedback der Menschen, die die Erdäpfel des Familienbetriebs immer wieder lobten.
Direktvermarktung statt Anonymität

Neben der Direktvermarktung an Hotellerie, Gastronomie sowie soziale Einrichtungen möchte Sascha einen Online-Shop aufbauen, auf Märkten präsent sein – und bewusst auch etwas für jene übrig haben, die sonst keinen Zugriff auf Bio-Lebensmittel haben. Spendenaktionen wie das Erdäpfel-Weihnachtswunder sind fixer Bestandteil der Arbeit am BioBauernhof Böhm.
Schon im 18. Jahrhundert hat Maria Theresia den Erdäpfelanbau im nordwestlichen Waldviertel nicht ohne Grund forciert: Der Boden ist hier besonders geeignet. Die Familie Böhm fokussiert sich auf die Klassiker Ditta (festkochend), Agria (mehlig) und Frühkartoffeln. Dabei ist Sascha besonders wichtig, ganzjährig lieferfähig zu sein.

Innovation aus dem Waldviertel
Was Sascha Böhm deutlich von klassischen Erdäpfel-Lieferant:innen unterscheidet, ist seine Innovationsfreude. Gemeinsam mit der FH Wieselburg wird aktuell geforscht, ausprobiert und verkostet. Das Team entwickelt aus den Urkörnern Einkorn, Emmer, Nackthafer, Ur-Dinkel und Waldstaudenroggen ein alternatives Milchgetränk – gut schmeckend und aus der Region. Eine weitere von Saschas Produktideen ist Bio-Vogelfutter aus Weizen, Hirse und Sonnenblumenkernen.
„So eine Landwirtschaft ist ein Geschenk.“

Energie, Kreisläufe und neue Produktideen
Seit Sascha den elterlichen Betrieb gemeinsam mit seiner Frau im Jahr 2024 übernommen hat, ist viel in Bewegung gekommen. Die naturnahe Bewirtschaftung der rund 20 Hektar ist für ihn alternativlos. Photovoltaik inklusive Speichersystem versorgt den Hof, das Kühllager und den E-Bus mit Strom. Zukünftig sollen eine Erdwärmepumpe und ein E-Laster samt bidirektionaler Ladestation die Vision vom energieautarken Bauernhof vorantreiben.
Die Ideen gehen weiter: ein klimatisierter Erdkeller zur ganzjährigen Lagerung, eine Produktionsstätte für Convenience-Produkte für die Gastronomie, ein mobiler Hühnerstall, ein Hofladen – und mehr Leben am Hof – etwa durch Urlaubs- und Seminargäste oder Schulklassen. „Eine Landwirtschaft ist ein Geschenk und ich sehe großes Potenzial in dem Ganzen“, sagt der Jungbauer.

Klasse statt Masse: Landwirtschaft mit Zukunft
Angesichts des ständigen Wandels in der Branche ist für Sascha klar: Die „Flucht nach vorne“ ist die einzige Option. Sein Ziel ist ein innovativer Vorzeige-Bio-Bauernhof. „Wir dienen als Best-Practice-Beispiel für die kleinstrukturelle Bio-Landwirtschaft“, sagt er.
„Was Sonnentor für Gewürze und Zotter für Schokolade ist, möchte ich als BioBauernhof Böhm für Erdäpfel sein.“

Denn Bauer bzw. Bäuerin ist ein Zukunftsberuf, aber nur, wenn man mit der Zeit geht und Landwirtschaft auch als Unternehmen denkt. Mehr Wertschöpfung aus Lebensmitteln, kluge Innovationen im Umgang mit Klimawandel, die Weiterentwicklung heimischer Produkte und vor allem Zusammenhalt seien entscheidend. „Wenn Landwirt:innen gemeinsam vermarkten, bleibt auch mehr Wertschöpfung bei den Betrieben.“
Qualitative Bio-Produkte kleiner Betriebe sieht Sascha als Chance für Österreich. Und da Erdäpfel in all ihren Formen echte People Pleaser sind, hat er eine klare Vision: „Was Sonnentor für Gewürze und Zotter für Schokolade ist, möchte ich als BioBauernhof Böhm für Erdäpfel sein.“




















