Arsen im Reis? Nicht bei uns!

Stiftung Warentest hat 40 Reisprodukte untersucht in jedem wurde Arsen nachgewiesen. Nicht so bei Gregor Neumeyer: Er baut in Österreich Reis an – vollkommen arsenfrei.
Arsen im Reis
© Gaumen Hoch

Die Stiftung Warentest hat in ihrer Ausgabe 5/2026 insgesamt 40 Reisprodukte — Basmati, Jasmin, Parboiled, Vollkorn und Rundkorn — auf Schadstoffe untersucht. Das Ergebnis: In jedem der getesteten Produkte wurde Arsen nachgewiesen. Nur vier Produkte erhielten die Note „gut“, acht wurden lediglich mit „ausreichend“ bewertet. Wer glaubt, mit Bio-Reis automatisch die schadstoffärmere Wahl zu treffen, liegt laut Testerin Sara Waldau falsch: Drei der acht schwächsten Produkte tragen ein Bio-Siegel. Stiftung Warentest empfiehlt, Reis nur ein- bis zweimal pro Woche zu essen und mit anderen Beilagen wie Hirse, Buchweizen oder Kartoffeln abzuwechseln.

Den vollständigen Test gibt es unter test.de.

Als ich 2015 damit begann, in Gerasdorf Reis anzubauen, haben mich die Leute für verrückt erklärt. Österreich und Reis — das passt doch nicht zusammen. Heute kommen asiatische Reisproduzentinnen und -produzenten zu mir, um zu verstehen, wie wir das machen. Und ich erkläre ihnen, warum ihr Reis Arsen enthält — und meiner nicht.

© ÖsterReis
ÖsterReis

Arsen hatten wir am Anfang gar nicht am Radar. Erst als wir schon einige Jahre Bio-Trockenreis produzierten, hat uns ein Partner aus der Babynahrungsbranche auf die Problematik aufmerksam gemacht. Was wir dann lernten, hat uns überrascht: Reis enthält grundsätzlich immer Arsen — egal ob er aus China, Italien oder dem Waldviertel stammt. Nicht weil der Boden besonders belastet wäre, sondern weil das Arsen aus der Erdkruste beim weltweit üblichen Nassanbau in den gefluteten Feldern gelöst und über die Wurzeln aufgenommen wird. Das Anbauverfahren ist das Problem, nicht die Herkunft.

Was ist Arsen — und warum ist es gefährlich?

Arsen ist ein Halbmetall, das natürlich in der Erdkruste vorkommt. Im Lebensmittelkontext relevant ist vor allem das sogenannte anorganische Arsen — jene Verbindungen, die Lebensmittelbehörden weltweit als krebserregend einstufen. Es gibt keine Aufnahmemenge, die als vollständig unbedenklich gilt.

Im Körper reichert sich Arsen bei regelmäßiger Aufnahme über lange Zeit an. Es steht in Verbindung mit einem erhöhten Risiko für Blasen-, Lungen- und Hautkrebs sowie mit Schäden an Leber, Nieren und dem Nervensystem. Besonders gefährdet sind Babys und Kleinkinder, deren Körper Schadstoffe schneller aufnehmen und langsamer abbauen. Die EU hat deshalb für Babynahrung auf Reisbasis einen deutlich strengeren Grenzwert festgelegt — 0,1 mg/kg statt 0,2 mg/kg für Erwachsene.

Dass alle 40 im Stiftung Warentest-Test untersuchten Reisprodukte Arsen enthielten, ist kein Hinweis auf Grenzwertverletzungen — alle Produkte lagen im gesetzlich erlaubten Bereich. Die Frage ist eine andere: Wie viel ist zu viel, wenn man Reis mehrmals pro Woche isst, ein Leben lang?

Wir bauen anders an. Beim Trockenreisverfahren werden die Felder nicht geflutet. In Kombination mit den gesunden Böden hier in Österreich führt das dazu, dass unser ÖsterReis arsenfrei ist — regelmäßig geprüft durch ein unabhängiges Labor, die LVA GmbH, mit einem Grenzwert unter der aktuellen Bestimmungsgrenze von 0,01 mg/kg. Das gilt für unseren Bio-Reis ebenso wie für unsere Bio-Reiswaffeln.

© ÖsterReis
Gregor Neumeyer, Österreis

Der Trockenanbau hat wirtschaftliche Nachteile — geringere Erträge, höhere Kosten. Aber er ist klimatisch wie gesundheitlich überlegen. Nassreisanbau ist weltweit der zweitgrößte Emittent von Methangas. Das ist ein systemisches Problem, das mit dem Anbauverfahren zusammenhängt — und das sich ändern lässt.

Regionalität ist eine wichtige Antwort auf die Herausforderungen unseres Lebensmittelsystems. Aber Regionalität allein reicht nicht. Was auf dem Teller landet, muss auch in seiner Produktionsweise stimmen — für die Gesundheit derer, die es essen, und für das Klima, das wir alle teilen. ÖsterReis ist eine kleine Nische. Aber sie zeigt, dass beides geht: regional und gut.

Über ÖsterReis

Gregor Neumeyer baut seit 2015 in Gerasdorf bei Wien Bio-Reis im Trockenverfahren an — was damals als Schnapsidee galt, ist heute ein Netzwerk aus 20 Bio-Betrieben, das jährlich 100 Tonnen Reis auf 100 Hektar produziert. ÖsterReis ist nach eigenen Angaben weltweit der einzige ausgelobte arsenfreie Reis, zertifiziert durch das unabhängige Labor LVA GmbH. Erhältlich über Direktvermarktung, im Handel und in der Gastronomie — vom Wirtshaus bis zur Sternegastronomie.

ÖsterReis ist Gaumen Hoch-Mitglied. Das vollständige Profil gibt es hier.

oesterreis.at | Hauptstraße 58, 2201 Gerasdorf bei Wien

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