Stress, Unsicherheit und Druck gehören zum Alltag vieler Menschen. Der mehrfache Freitauch-Weltrekordhalter Christian Redl erlebt diese Situationen unter Bedingungen, die kaum extremer sein könnten. Im Gaumen Hoch-Podcast mit Host Alexandra Seyer-Gmeinbauer erklärt er, welche Strategien ihm helfen – und weshalb sie sich auch außerhalb des Sports anwenden lassen.

1. Atmen Sie bewusst – nicht automatisch
Für Redl beginnt mentale Stärke mit der Atmung. Viele Menschen würden zu flach und zu schnell atmen, häufig nur noch mit dem Brustkorb. Seine Empfehlung lautet deshalb: tief in den Bauch einatmen und mindestens doppelt so lange ausatmen.
„Wer das bewusste, richtige Atmen lernt, kann sich auf Knopfdruck in einen gewünschten Zustand atmen.“
2. Atmung beeinflusst nicht nur den Körper
Atemtechniken seien für ihn weit mehr als ein Werkzeug zum Luftanhalten. Sie helfen, den eigenen Zustand bewusst zu verändern – etwa vor schwierigen Gesprächen, beim Einschlafen oder nach körperlicher Belastung.
„Ich kann Angst wegatmen, kann Stress wegatmen, ich kann mich in den Schlaf atmen, ich kann die Erholungszeit nach dem Sport verkürzen und ich kann durch die richtige Technik auch meine Konzentrationsfähigkeit erhöhen.“
3. Die Komfortzone freiwillig verlassen
Resilienz entsteht nach Redls Erfahrung nicht durch Routine, sondern dadurch, sich bewusst kleinen Herausforderungen zu stellen. Das könne eine kalte Dusche sein, Eisschwimmen oder jede andere selbst gewählte Aufgabe außerhalb der eigenen Gewohnheiten.
4. Angst durch Respekt ersetzen
Angst habe eine Schutzfunktion, könne aber auch begrenzen. Redl plädiert dafür, Situationen mit Respekt statt mit Angst zu begegnen.
„Wenn du deine Atmung kontrollierst, kontrollierst du deinen Körper und deinen Geist.“
5. Der Kopf setzt oft die eigentlichen Grenzen
Im Freitauchen habe er gelernt, dass der Körper häufig mehr leisten könne, als man ihm zutraut. Entscheidend sei, die mentalen Barrieren zu erkennen und Schritt für Schritt zu überwinden.
„Ich bin davon überzeugt, dass ich jede Angst überwinden kann, indem ich mich dieser Angst stelle.“
Schlussgedanke

6. Positive Gedanken können helfen, ruhig zu bleiben
Während des Luftanhaltens setzt Redl auf bewusst positive Bilder oder Erinnerungen. Das könne ein Lieblingsort sein, ein schönes Erlebnis oder das gewünschte Ergebnis einer bevorstehenden Situation.
7. Erfahrung verändert mehr als Theorie
In seinen Kursen lässt Redl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst ihre Grenzen erleben. Erst danach vermittelt er Atem- und Mentaltechniken. Seine Erfahrung: Wer selbst erlebt, dass mehr möglich ist als gedacht, gewinnt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Für Christian Redl beginnt Resilienz mit kleinen, bewussten Entscheidungen. Die Atmung wahrzunehmen, die Komfortzone freiwillig zu verlassen und Erfahrungen zu sammeln, die das eigene Denken verändern, daraus entsteht für ihn mentale Stärke.



















