Gaumen Hoch-Symposium 2026: Breakout Sessions

In den Breakout Sessions wird das Gaumen Hoch Symposium zum Raum für Austausch, Vertiefung und gemeinsames Arbeiten. In kleinen Gruppen geht es um Boden, Biodiversität, Sensorik, Ernährungsbildung, Nature Writing und Wein – mit Expert:innen aus Praxis und Wissenschaft.

Die Breakout Sessions finden parallel statt: am 7. Oktober ab 15:30 Uhr und am 8. Oktober ab 15:00 Uhr. An beiden Tagen stehen dieselben Sessions zur Wahl. Pro Tag kann eine Breakout Session besucht werden. Die Teilnahme ist für Symposium-Besucher:innen gratis.

Die Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Wähle die gewünschte Session einfach beim Checkout. Wer schon ein Ticket hat, kann den Link „Bestellung bearbeiten“ aus der Bestätigungs-E-Mail nutzen, zu „Tickets“ gehen, die Bestellung öffnen und dort wählen. Die Plätze sind begrenzt.

Mit der Natur – warum und wie?

mit den Landwirten Sepp Braun & Alfred Grand

Zu den Personen. Sepp Braun gilt als „Regenwurmbauer“ und als Pionier einer Landwirtschaft, die den Boden als lebendiges Ökosystem versteht. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich mit Bodenleben, Humus und natürlichen Kreisläufen. Alfred Grand verbindet diese Praxis mit Forschung: Auf der GRAND FARM in Absdorf betreibt er Österreichs ersten Forschungs- und Demonstrationsbauernhof und entwickelt bio-regenerative Anbaumethoden rund um Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und Klimaanpassung.

Dauer: 30 Minuten

Sensoriklabor – Lebensmittel mit allen Sinnen verstehen

von Tafel Österreich

Zum Verein. Die Tafel Österreich rettet nicht nur Lebensmittel, sondern vermittelt mit ihrem Sensorik Labor auch, wie wir deren Qualität selbst beurteilen können. Durch Riechen, Schmecken, Sehen und Fühlen lernen Teilnehmer:innen, Frische und Genießbarkeit besser einzuschätzen – mit dem Ziel, Lebensmittel wertzuschätzen und unnötige Verschwendung zu vermeiden.

Dauer: 30 Minuten

„Permaveggies“ : Vielfalt bewahren und weiterentwickeln

von Mara Müller, Kursleiterin beim Verein Arche Noah und selbst Landwirtin und Baumschulbesitzerin.

„Permaveggies“ sind mehrjährige Pflanzen, die einmal gepflanzt jahrelang geerntet werden können: Winterheckenzwiebel, Topinambur, Hosta oder der Ewige Kohl. In der Breakout-Session widmen wir uns diesen unterschätzten Kulturen.
 
Welche spannenden mehrjährigen Kulturen gibt es? Welche „Permaveggies“ können Sie einsetzen? Und was haben Sie konkret für Vorteile von ihrem Einsatz?
Wirtschaftliche Bonus: Mehrjährige Kulturen bieten eine Fülle von Ökodienstleistungen. Geringerer Verbrauch von Wasser oder Boden, höhere Resilienz – viele Chancen zur Energieersparnis.
Genuss! Besondere Angebote bringen Vorteile im Betriebsprofil und ein Plus für Direktvermarkter:innen und Gastronomie. Was hebt Sie hervor? Welchen besonderen Genuss können Sie Ihren Kund:innen bieten?
 
Anhand konkreter Beispiele zeigt Mara Müller von ARCHE NOAH die vielen Möglichkeiten und bietet Überraschendes zur Verkostung, wie Yamslinge, die Brutknöllchen des Yams.

Zum Verein. ARCHE NOAH setzt sich für den Erhalt und die Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt ein. Im Zentrum stehen alte und seltene Sorten, Saatgut und das Wissen jener Menschen, die diese Vielfalt anbauen und weitergeben. Die Organisation macht damit sichtbar, warum Vielfalt nicht nur kulturelles Erbe ist, sondern eine wichtige Grundlage für ein widerstandsfähiges Ernährungssystem.

Dauer: 30 Minuten

Birgit Heinrich

Wirksensorik: Geschmack und die Wirkung danach

mit Birgit Heinrich, Demeter Österreich & WirkSensorik-Trainerin

Vergiss Geschmack, Geruch, Textur eines Lebensmittels. Achte diesmal auf die Wirkung danach. Und staune. Koste, nimm wahr, tausch dich aus. Ein Workshop für jene, die hinter die Kulissen von Geschmack schauen und erforschen wollen, was sie wirklich nährt.

Zur Person. Leidenschaftliche Genießerin, zertifizierte Wirksensoriktrainerin, Kursleiterin und Büroleitung bei Demeter Österreich. Der wahre Wert von Lebensmitteln ist ihr ein Herzensanliegen. Es fasziniert sie, wie bekömmliche Lebensmittel voller Geschmack entstehen, und wie sie auf uns wirken. Die Wirksensorik ermöglicht uns einen spannenden Blick auf die Wirkung „hinter“ dem vordergründigen Eindruck.

Dauer: 30 Minuten

Alle dafür. Aber nicht wichtig genug? Was Ernährungsbildung braucht, damit aus Zustimmung Wirkung wird

mit Acker-Gründer Christoph Musik

Ernährungsbildung genießt breite Zustimmung. Dennoch bleibt sie in der Praxis oft ein Nice-to-have und steht selten ganz oben auf der Prioritätenliste. In dieser interaktiven Breakout Session nutzen wir die Crash-Methode: Gemeinsam stellen wir uns die Frage, was wir tun müssten, damit Ernährungsbildung auch in Zukunft keine relevante Rolle spielt und wir sie sogar komplett einstampfen. Durch diesen provokanten Perspektivwechsel sollen hinderliche Annahmen, Strukturen und Denkmuster sichtbar werden. Darauf aufbauend erarbeiten wir gemeinsam, welche Voraussetzungen es braucht, damit Ernährungsbildung tatsächlich Wirkung entfalten kann und den Stellenwert erhält, den ihre gesellschaftliche Bedeutung verdient.

Zur Person. Christoph Musik ist Soziologe und Gründer von Acker Österreich. Mit Bildungsprogrammen wie der GemüseAckerdemie und AckerRacker bringt die gemeinnützige Organisation den Gemüseanbau direkt in Schulen und Kindergärten: Kinder erleben selbst, wie Lebensmittel wachsen, und entwickeln dadurch Wissen über Ernährung, Natur und Lebensmittelwertschätzung. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2030 soll jedes Kind in Österreich die Möglichkeit bekommen, diese Erfahrungen zu machen.

Dauer: 30 Minuten

Vom Boden zur Zunge: Eine poetische Annäherung

mit Marktgärtnerin und Autorin Clara Heinrich

In vielen Sprachen ist das Wort für die Zunge auch die Bezeichnung die Sprache. Tongue, langue, lingua. Wir nähern uns in dem Workshop gemeinsam dem, was auf der Zunge liegt: dem Geschmack und der Sprache. Wir begeben uns an die Ränder der funktionalen Alltagssprache, raus aufs poetische Feld. Wir spüren dem Bei- und Nachgeschmack der Wörter nach, hören aufs Echo, rufen in den Wald und pflanzen in die Lücke. Keine Vorkenntnisse oder Schreiberfahrung notwendig. Gelerntes Schulwissen zum Gedicht kann an der Garderobe abgegeben werden.   

Zur Person. Clara Heinrich verbindet zwei Welten, die auf den ersten Blick weit auseinanderliegen: Landwirtschaft und Literatur. In ihrer 2.200 Quadratmeter großen Marktgärtnerei Clarence Gärten in Gols baut sie vielfältiges Gemüse an; gleichzeitig verarbeitet sie ihre Beziehung zur Natur in Essays und Lyrik. Ihr Schreiben kreist um Natur, Sprache und die Frage, wie wir uns unserer Umwelt annähern – genau diese Verbindung bringt sie in ihre poetische Breakout Session ein.

Dauer: 60 Minuten

Lebendiger Boden, lebendiger Wein

mit den biodynamischen Weinpionier:innen Fred Loimer & Birgit Braunstein
Was macht einen Boden lebendig – und wie lässt sich das später im Wein schmecken? Die beiden biodynamischen Weinpionier:innen Fred Loimer und Birgit Braunstein zeigen, wie Bodenleben, Biodiversität, Reben und Weinqualität zusammenhängen und warum guter Wein lange vor der Traube beginnt.

Zu den Personen. Fred Loimer stellte sein Weingut bereits ab 2006 konsequent auf biodynamische Landwirtschaft um und gehörte zu den Mitbegründern von respekt-BIODYN. Für ihn beginnt charaktervoller Wein bei einem lebendigen Boden und einer Landwirtschaft, die Herkunft sichtbar werden lässt. Birgit Braunstein gehört ebenfalls zu den Pionier:innen des biodynamischen Weinbaus: Auf ihrem Familienweingut in Purbach verbindet sie Biodynamie, Artenvielfalt und Bodenfruchtbarkeit mit einem ganzheitlichen Verständnis von Landwirtschaft. Gemeinsam zeigen die beiden, was lebendiger Boden mit lebendigem Wein zu tun hat.

Dauer: 30 Minuten

Bio im großen Stil

mit Bio-Botschafter Mathias Gorfer

Zur Person. Der ehemalige Küchenleiter des Sozialzentrums Jenbach entwirft Trainingskonzepte und Schulungen für Gastronomie und Großküchen. Sein Schwerpunkt: mehr Bio-Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung – mit Vorbildwirkung für die Ernährungswende im Alltag.

Dauer: 30 Minuten

Garten – Boden – Essen. Gesunder Boden als Grundlage für einen naturnahen Selbstversorgergarten

mit Dipl.Päd. DI Katja Batakovic von „Natur im Garten“

Was braucht ein Garten, damit Gemüse wirklich gut wächst – und was tun, wenn Wetter und tierische Gäste für Turbulenzen sorgen? Katja Batakovic von „Natur im Garten“ zeigt anhand konkreter Erfahrungen, wie gesunder Boden zur Grundlage für einen naturnahen Selbstversorgergarten wird. Dabei geht es um Bodenaufbereitung, schwierige Bedingungen, praktische Lösungen – und ausdrücklich auch um das, was im Garten einmal nicht funktioniert.

Zur Person. Katja Batakovic hat schon als Teenagerin den Garten für sich entdeckt und war rasch fasziniert vom Zusammenspiel aus Mikroben, Pflanzen und Tieren. Sie hat Landwirtschaft studiert und ihr Herz schlägt für das ganzjährige Gemüsegärtnern. Seit 2013 ist sie die Fachliche Leiterin von „Natur im Garten“ Niederösterreich und dort für die Bildungsangebote der Bewegung verantwortlich, die sich für die Ökologisierung von Gärten und Grünräumen sowie Biologische Vielfalt einsetzt.

Dauer: 30 Minuten

Die Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Wähle die gewünschte Session einfach beim Checkout. Wer schon ein Ticket hat, kann den Link „Bestellung bearbeiten“ aus der Bestätigungs-E-Mail nutzen, zu „Tickets“ gehen, die Bestellung öffnen und dort wählen. Die Plätze sind begrenzt.

© jeweiliger Sponsor

Neu bei Gaumen Hoch

Unsere Bewegung wächst: Um Menschen, die Lebensmittel verantwortungsbewusst herstellen oder verarbeiten. Und uns inspirieren, uns gesünder zu ernähren.