Bio oder regional? Die Checkliste für bewussten Einkauf

Diese Checkliste hilft, die wichtigsten Unterschiede zu verstehen und bessere Entscheidungen zu treffen.
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© Canva

Darauf kann ich mich bei Bio verlassen

Die EU-Bio-Verordnung (2018/848) definiert klare Mindeststandards.

  • Einsatz von Gentechnik, synthetischen Pestiziden und chemisch-synthetischem Dünger ist verboten
  • Tierwohl ist verpflichtend: mehr Platz, Auslauf und Bio-Futter
  • In der Verarbeitung sind nur 30 Zusatzstoffe zugelassen
  • Nur zertifizierte Betriebe dürfen das EU-Bio-Logo tragen

Bio-Siegel richtig prüfen

Ein echtes Bio-Produkt erkennt man an drei Elementen:

  • EU-Bio-Logo
  • Kontrollstellencode (z. B. AT-BIO-xxx)
  • Herkunftsangabe wie „Österreichische Landwirtschaft“

Diese Angaben garantieren unabhängige Kontrolle.

Höhere Bio-Standards

Neben dem EU-Mindeststandard existieren Programme mit strengeren Regeln.

Beispiele:

  • Bio Austria
  • Demeter
  • AMA-Bio-Siegel

Diese Programme stellen zusätzliche Anforderungen an Betriebsführung, Tierhaltung und Herkunft.

Regional ist kein geschützter Begriff

Während „bio“ und „ökologisch“ gesetzlich geschützt sind, ist der Begriff „regional“ rechtlich nicht eindeutig definiert.

Regional kann bedeuten:

  • aus der Nachbargemeinde
  • aus dem Bundesland
  • aus ganz Österreich

Darum lohnt es sich, genauer hinzusehen oder nachzufragen.

Geografisch geschützte Bezeichnungen

Die EU kennt zwei Herkunftskennzeichnungen:

g. U. – geschützte Ursprungsbezeichnung
Alle Produktionsschritte erfolgen in einer bestimmten Region
(z. B. Tiroler Speck g. U.)

g. g. A. – geschützte geografische Angabe
Mindestens ein Produktionsschritt findet in der Region statt
(z. B. Steirisches Kürbiskernöl g. g. A.)

Regional sagt nichts über Produktionsstandards

Ein Produkt kann regional sein und trotzdem konventionell produziert werden.

Regionalität gibt keine Auskunft über:

  • Umweltstandards
  • Tierwohl
  • Pestizideinsatz

Tierwohl im Blick behalten

Wer besonders auf Tierwohl achten möchte, findet bei Bio die klareren Regeln.

Bio garantiert:

  • mehr Platz
  • Auslauf
  • Bio-Futter

Regional allein sagt darüber nichts aus.

Vorsicht bei Werbeversprechen

Begriffe wie

  • „aus der Region“
  • „naturnah“
  • „kontrollierter Anbau“

sind nicht gesetzlich geschützt und können unterschiedlich interpretiert werden.

Direktvermarktung stärken

Hofläden, Bauernmärkte und Wochenmärkte ermöglichen direkten Kontakt zu Produzent:innen.

Dort kann man:

  • Herkunft erfragen
  • Produktionsweise verstehen
  • regionale Wertschöpfung unterstützen

Eine Auswahl an Bio-Betrieben mit Direktvermarktung und Verarbeiter:innen finden sich in unserem Guide. Bio-Kisten und SoLaWis bieten eine Kombination aus regionaler Herkunft und biologischem Anbau.

Saison beachten

Saisonale Produkte sind meist nachhaltiger.

Beispiel:

Wintertomaten aus beheizten Glashäusern → oft klimaschädlicher als Importware

Sommertomaten aus Österreich → klimafreundlich

CO₂-Bilanz richtig verstehen

Transportwege spielen eine Rolle – aber die Produktionsweise hat größeren Einfluss auf die Klimabilanz.

  • Bio + regional + saisonal ist die beste Kombination
  • Bio schützt Boden und Biodiversität
  • Regionalität spart Transportwege

Herkunft in der Gastronomie

In Kantinen und Großküchen ist seit 2023 die Herkunft von Fleisch, Milch und Eiern verpflichtend auszuweisen.

Bewusster Fleischkonsum

Weniger Fleisch essen – dafür hochwertiges Bio-Fleisch aus der Region wählen.

Das

  • unterstützt nachhaltige Landwirtschaft.
  • reduziert Emissionen
  • stärkt Tierwohl

Die Idealwahl

Bio + regional + saisonal = optimal!

Wer beim Einkauf auf biologische, regionale und saisonale Produkte setzt, trifft eine optimale Wahl – für die eigene Gesundheit, die Umwelt und die regionale Wirtschaft.

Drei Fragen beim Einkauf:

1. Ist ein echtes Bio-Siegel drauf?

2. Woher kommt das Produkt?

3. Ist es saisonal?

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