Es ist ein Bild, das hängen bleibt: Rund eine Million Tonnen Lebensmittel landen jährlich in Österreich im Müll. Um diese abstrakte Zahl greifbar zu machen, zeichnete Franz Tragner auf dem Podium eine eindrückliche Linie – etwa 65.000 Müllabfuhr-LKWs, Stoßstange an Stoßstange gereiht, würden von Österreich bis zum Schwarzen Meer reichen.
Gleichzeitig sind mehr als 1,5 Millionen Menschen armuts- oder ausgrenzungsgefährdet, über 400.000 von schwerer Ernährungsarmut betroffen. Zwischen Überfluss und Bedarf klafft eine Lücke, die zunehmend Aufmerksamkeit verlangt.

Mit der neuen „Allianz gegen Lebensmittelverschwendung und Armut“ setzt die Tafel Österreich gemeinsam mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette genau hier an.
„Wir haben viel erreicht, doch das Potenzial ist hier wie entlang der gesamten Wertschöpfungskette immer noch enorm – und Ernährungsarmut ist die zweite Seite derselben, wenig ruhmreichen Medaille.“
Ziel ist es, Lebensmittelverluste zu reduzieren, Überschüsse besser zu nutzen und soziale Ungleichheit gezielt zu bekämpfen. Der Ansatz: mehr Zusammenarbeit, mehr Wissenstransfer und konkrete Lösungen statt Einzelmaßnahmen.
Erste Fortschritte sind sichtbar – etwa im Handel oder in der Landwirtschaft. Mit gutem Beispiel voran gehen die Gaumen Hoch-Mitgliedsbetriebe, die sich vom Feld bis auf den Teller aktiv gegen Lebensmittelverschwenidung einsetzten, indem beispielsweise Überproduktionen vermieden und bedarfsgerecht eingekauft wird. Gleichzeitig bleibt der Handlungsdruck hoch, insbesondere in privaten Haushalten, wo mehr als die Hälfte der Abfälle entsteht.
„Seit 1999 kämpfen wir gegen Lebensmittelverschwendung und Ernährungsarmut in diesem Land an. Aber mehr als 1 Million Tonnen Lebensmittel im Müll und 1,5 Millionen Menschen, die von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind, sprechen eine klare Sprache: Es gibt noch sehr viel zu tun.“
Ein wesentlicher Hebel liegt entsprechend in unser aller Alltag: Wichtig sei deshalb Bewusstseinsbildung, bessere Planung beim Einkauf sowie ein achtsamer Umgang mit Lebensmitteln im eigenen Haushalt. „Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen, ist ein Lernprozess, der bereits im Kindesalter beginnen sollte“, sagtIrene Neumann-Hartberger, Bundesbäuerin und Vizepräsidentin der LK Österreich. Genau hier setzt die Allianz an – mit dem Ziel, Wissen zu vermitteln und möglichst viele Menschen, möglichst früh zu einem nachhaltigeren Konsumverhalten zu bewegen.

Die Botschaft ist klar: Weniger Verschwendung und mehr Verteilungsgerechtigkeit lassen sich nur gemeinsam erreichen. Oder anders gesagt – jeder vermiedene LKW zählt.
















