Genau das ist das Konzept hinter Farm is Table: eine lange Tafel, die aus dem Boden ausgestochen ist. Die Sitzenden befinden sich auf Erdniveau, das Grün ringsum ist Dekoration und Zutat zugleich. Was auf den Teller kommt, wächst im besten Fall wenige Meter entfernt.
Wie das Konzept entstand
Farm is Table ist ein Kunstprojekt. Der New Yorker Architekt und Künstler Allan Wexler entwickelte die Idee bereits 1983 als Teil seiner Floor Furniture Series, eine Skizze eines bodengleichen Tisches mit seitlich eingelassenen Sitzgruben. Umgesetzt wurde das Konzept erstmals auf Treiber Farms, einem landwirtschaftlichen Betrieb im Umland New Yorks, gemeinsam mit dem Designbüro Office of Tangible Space. 30 Gäste aßen an diesem Erdtisch ein mehrgängiges Menü, das Köchin Caroline Hahm überwiegend aus den Produkten des Hofes zusammenstellte. Serviert wurde auf Schaufeln und alten Gerätschaften aus dem Landwirtschaftsbetrieb.
Die Bilder des Events, die auf Instagram kursierten, erreichten insgesamt 304.000 Reaktionen. Das Foto einer beleuchteten Tischreihe, eingebettet in nächtliches Ackerland, zog sich durch internationale Feeds.
Was das Format inhaltlich leistet
Die Idee stellt eine einfache und ziemlich direkte Frage: Was bedeutet es, wirklich nah an einem Lebensmittel zu sein? Der Kontext des Essens verändert, was man wahrnimmt. Wer auf Erdreich sitzt und Karotten isst, die aus demselben Boden gezogen wurden, bemerkt Dinge anders als in einem Restaurantlokal. Duch diese physische Nähe erlebt man einen Produktionsprozess, der normalerweise unsichtbar bleibt.
Das Konzept knüpft an konkrete Fragen der Bodengesundheit an. Die sogenannte Spatenprobe – ein einfacher Test, bei dem ein Bodenblock ausgestochen und auf Struktur, Durchwurzelung, Bodenlebewesen und Feuchtigkeit untersucht wird – macht sichtbar, was einen humusreichen Bio-Boden von intensiv bewirtschaftetem Land unterscheidet. Gesunder Boden speichert mehr Wasser und mehr CO₂, trägt mehr Biomasse.
Der österreichische Ableger: Biohof Achleitner in Eferding
Im August 2026 findet Farm is Table erstmals in Österreich statt — auf dem Biohof Achleitner in Eferding, Oberösterreich. Die Familie Achleitner bewirtschaftet ihren Hof biologisch.
An zwei Abenden kochen österreichische Spitzenköch:innen jeweils ein mehrgängiges Menü direkt am Feld. Theresia Palmetzhofer (Zur Palme), Karl und Leo Wrenkh (Restaurant Wrenkh, Wien) sowie Klemens Gold (rau.nature.cuisine) gestalten je einen Abend mit eigenem kulinarischen Ansatz. Die Vorgabe: vorrangig Produkte aus dem Betrieb und der Region, konsequent nach dem Root-to-Leaf-Prinzip verarbeitet. Das bedeutet die vollständige Verwertung einer Pflanze, also auch Karottengrün, Kohlrabiblätter oder Beikräuter vom Feld.
Das Setting folgt dem Original: Tisch und Sitzmulden aus dem Boden ausgehoben, keine Eventmöbel, Wildblumen und frische Ernte als einzige Dekoration.
Termine
11. August 2026 — Theresia Palmetzhofer / Zur Palme (Ersatztermin: 18.08.)
13. August 2026 — Karl und Leo Wrenkh / Restaurant Wrenkh (Ersatztermin: 20.08. mit Klemens Gold / Rau)
















