Am 27. April oder 18. Mai stimmt das Europäische Parlament in Brüssel über neue Regeln zur Lebensmittelkennzeichnung ab. Es geht um gentechnisch veränderte Organismen (GVO) – und um nicht weniger als eine grundlegende Änderung der Kennzeichnungspflicht.
Sollte der Vorschlag angenommen werden, müssen Hersteller:innen künftig nicht mehr angeben, ob ein Produkt GVO enthält. Für Verbraucher:innen wird damit die Suche nach Produkten ohne Gentechnik zum Blindflug.
Was steckt hinter Blacked-Out Ingredients?
Die Kampagne Blacked-Out Ingredients (zu Deutsch: geschwärzte Zutaten) ist eine europaweite Initiative, die sich für den Erhalt der Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Lebensmitteln einsetzt. Sie wird unter anderem von Verbänden wie Demeter, Bioland, Naturland sowie weiteren Organisationen aus dem Bio- und Umweltbereich unterstützt.
Kampagne setzt auf Aufklärung
Die Initiative Blacked-Out Ingredients richtet sich gegen diese Pläne und setzt dabei auf einen unbürokratischen und vielleicht auch unkonventionellen Ansatz: Über die Website können Inhalte heruntergeladen und direkt geteilt werden, per Kontaktformular lässt sich eine automatisierte Nachricht an EU-Abgeordnete schicken.

„Bald wird nicht mehr ersichtlich sein, ob sich gentechnisch veränderte DNA in unseren Lebensmitteln befindet. Damit geht ein grundlegendes Verbraucher:innenrecht verloren: das Recht zu wissen, was wir essen. Deshalb starten wir eine europaweite Aktion.“
Im Zentrum der Kritik steht die geplante Einstufung neuer Gentechnikverfahren als pauschal unbedenklich – ohne individuelle Prüfung. Die Folge: Produkte könnten im Regal stehen, ohne Hinweis auf Gentechnik. Als „Skandalös“ bezeichnen das die Initiator:innen von Blacked-Out Ingredients und fordern weiterhin klare Informationen für Verbraucher:innen.
Zwischen Transparenz und Fortschritt
Die Diskussion geht über Detailfragen hinaus. Befürworter:innen der Reform verweisen auf schnellere Verfahren und mehr Spielraum für neue Züchtungstechniken. Kritiker:innen stellen dem das Vorsorgeprinzip entgegen und pochen auf das Recht der Verbraucher:innen, umfassend informiert zu werden. Die Abstimmung fällt in den nächsten Wochen.
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