„Wir wollen beim Essen keine Detektivarbeit leisten müssen“, erklären die burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und der oberösterreichische Landesrat Stefan Kaineder auf einer gemeinsam einberufenen Pressekonferenz unter dem Titel „Was hab ich da am Teller? – Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie bringt Transparenz für Konsument:innen“ Der Grund: Sie sehen sich aktuell oftmals genau zu dieser Detektivarbeit gezwungen, wenn sie in österreichischen Lokalen einkehren.

Im Gegensatz zum Supermarkt fehlt den Initiator:innen in vielen Restaurants die Information zur Herkunft von Lebensmitteln. Konsument:innen könnten oft nicht nachvollziehen, woher Fleisch, Milch oder Eier stammen.
Erste Schritte und Forderungen
Seit 2023 gilt in Österreich eine verpflichtende Kennzeichnung in Kantinen und Großküchen. Für Restaurants fehlt diese Regelung bisher. Gefordert wird daher eine Ausweitung auf die gesamte Gastronomie, wie es in anderen europäischen Ländern bereits gehandhabt wird.
„Es gibt einfache, digitale Lösungen, um die Herkunftskennzeichnung in allen Betrieben umzusetzen.“
Beispiele zur Herkunftskennzeichnung aus Europa
- Schweden: Herkunft auf Nachfrage
- Slowakei: verpflichtende Kennzeichnung seit 2019
- Finnland: klare Herkunftsangaben bei Fleisch
Ehrlichkeit gegenüber seinen Gästen
Einer der zeigt, wie es gehen könnte, ist der Gastronom Johannes Eidenberger. Für ihn stellt eine mögliche verpflichtende Herkunftskennzeichnung kaum zusätzliche Bürokratie für die Gastronomie dar: „Es gibt einfache, digitale Lösungen, um die Herkunftskennzeichnung in allen Betrieben umzusetzen. Andere Länder zeigen längst vor, dass es funktioniert, und dort hat noch kein Betrieb deshalb zugesperrt. Es geht auch um Ehrlichkeit gegenüber seinen Gästen.“
„Wenn am Teller nicht steht, woher das Fleisch kommt, stehen wir im Wettbewerb mit Produkten, die unter ganz anderen Bedingungen entstehen.“
Zustimmung erhält der Gastronom von Klaus Bauernfeind, Landwirt, Gastronom und Obmann des Vereins BioRegion Mühlviertel: „Wir produzieren mit hohen Standards, mit Verantwortung für Tiere und Umwelt. Wenn am Teller nicht steht, woher das Fleisch kommt, stehen wir im Wettbewerb mit Produkten, die unter ganz anderen Bedingungen entstehen. Das ist nicht fair“
Nationale Lösung notwendig
Da eine EU-Regelung aktuell noch nicht in Sicht scheint, pochen Anja Haider-Wallner und Stefan Kaineder deshalb bis dahin auf eine nationale Lösung: „Wer Transparenz ernst meint, muss sie auch durchsetzen. Jetzt ist der Moment, das in Österreich umzusetzen. Wenn ich im Gasthaus sitze, will ich wissen: Kommt das Fleisch aus Oberösterreich, aus Österreich oder gar aus Südamerika?“ Dieses Wissen sei demnach kein Luxus, sondern eine Frage von Respekt gegenüber Konsument:innen und Landwirt:innen.

















