Impulse aus Alpbach: So soll Österreichs Kulinarik belebt werden

Wie kann Österreichs Kulinarik Gäste begeistern und zugleich nachhaltiger werden? Expert:innen diskutierten neue Wege bei der Tiroler Konferenz.
Metro-Dskussion Albach 2025
@ Leadersnet/Sedrick Kollerics

Im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach, das jährlich Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Bereichen anzieht, lag in diesem Jahr bei einer prominent besetzten Diskussion ein Schwerpunkt auf Strategien zur Belebung der österreichischen Kulinarik. Die „Wiener Mittwochsgesellschaft des Handels – Edition Alpbach“ diskutierte unter dem Titel „Positive Veränderungen für Österreichs Gastronomie vorantreiben!“ vor zahlreichen Gästen die Herausforderungen und Chancen der Branche.

Kulinarik zwischen Tradition und Innovation

Gero Dittrich, Mitglied der METRO Cash & Carry International Holding Geschäftsführung, beschreibt die Rolle der heimischen Gastronomie so:

„Österreichs Gastronomie lebt von Menschen, Ideen und der Freude am Genuss. Damit diese Werte auch in Zukunft Bestand haben, braucht es Verantwortung – für Produkte und Produzenten, für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Umwelt und nicht zuletzt für unsere Gäste. […] Gastfreundschaft ist mehr als eine Branche – sie ist ein gesellschaftliches Bindeglied. Sie verbindet Wirtschaft mit Kultur, Menschen mit Ideen, Tradition mit Innovation.“
Gero Dittrich, Mitglied der METRO Cash & Carry International Holding Geschäftsführung

Dabei sei Gastfreundschaft eine „Brücke zwischen Tradition und Zukunft – und ein Beitrag zu einer konstruktiven gesellschaftlichen Debatte.“

@ APA Fotoservice_/Jan Hetfleisch
Gero Dittrich, Metro, in Alpbach 2025
Gero Dittrich, Mitglied der METRO Cash & Carry International Holding Geschäftsführung

Wie Kulinarik Gäste nach Österreich bringt

Astrid Steharnig-Staudinger, CEO der Österreich Werbung, präsentierte aktuelle Ergebnisse einer Studie:

„Kulinarik ist ein wichtiger Reiseanlass für Touristinnen und Touristen. Für fast die Hälfte der Befragten beeinflusst sie die Wahl des Urlaubsziels – und vor Ort ist sie für noch mehr Gäste ein zentraler Faktor für einen gelungenen Urlaub. Österreichs Küche kann besonders mit höchster Qualität, Regionalität und einzigartigen Genussmomenten punkten – vom Wirtshaus bis zum Gourmetrestaurant.“
Astrid Steharnig-Staudinger, CEO der Österreich Werbung
@ APA Fotoservice/Jan Hetfleisch
Astrid Steharnig-Staudinger und Paul Kolarik bei der Metro-Dskussion in Alpbach 2025
Astrid Steharnig-Staudinger, CEO der Österreich Werbung und Paul Kolarik, Geschäftsführer Kolarik im Prater in Alpbach.

Die Zahlen hinter diesen Aussagen sind beachtlich:

  • 5,3 Milliarden Euro Umsatz jährlich in österreichischen Restaurants durch internationale Besucher:innen.
  • Durchschnittliche Ausgaben pro internationalem Gast: 199 Euro; auf „kulinarischen Reisen“ sogar 236 Euro.
  • 46 Prozent der Befragten möchten bei ihren Besuchen gezielt traditionelle Wirtshäuser erleben.
  • Starke Nachfrage gibt es außerdem nach Verkostungen, Bauernmärkten, kulinarischen Stadtführungen, regionalen Produkten und Kochkursen.

Steharnig-Staudinger dazu:

„Damit Österreichs Kulinarik international noch stärker wahrgenommen wird, brauchen wir ein Zusammenspiel aus gelebter Regionalität, Offenheit für Innovation und starker Gastgeberkultur, das wir zielgerichtet kommunizieren müssen. Unsere Küche ist verwurzelt in der Region und gleichzeitig offen für neue Einflüsse – und genau diese Kombination ist die Grundlage für den zukünftigen Erfolg.“
Astrid Steharnig-Staudinger, CEO der Österreich Werbung

„Veränderung entsteht durch konsequentes Handeln“

Paul Kolarik, geschäftsführender Gesellschafter der Kolarik im Prater GmbH, sieht die Branche durch einen hohen Anspruch und Selbstreflexion gefordert:

„Österreich steht wie kaum ein anderes Land für Gastfreundschaft auf höchstem Niveau. Unser Ziel als Branche muss es sein, diesem Anspruch gerecht zu werden und unseren Gästen auf vielen Ebenen ein positives Erlebnis zu bieten. Dazu gehört auch, uns ständig selbst zu hinterfragen und die kleinen und großen Rädchen zu finden, die uns noch besser machen. Veränderung entsteht durch konsequentes Handeln.“
Paul Kolarik, Luftburg – Kolarik im Prater

Mit Blick auf Nachhaltigkeit ergänzt Kolarik: „Unser hoher Qualitätsanspruch und die Überzeugung, dass Bio der Gold-Standard der Lebensmittelproduktion ist, treiben uns an. Wir wollen in allen drei Säulen der Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – wirken. Das bringt uns etwas Unbezahlbares: die Loyalität unserer Gäste, Mitarbeiter und Lieferanten – und damit aller Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten.“

Herausforderungen der Branche und Wege in die Zukunft

Neben dem Imagegewinn durch Qualität und Regionalität bleibt die Branche weiterhin gefordert, nachhaltige Lieferketten, faire Arbeitsbedingungen und Innovationen zu etablieren, um Österreich nicht nur im Inland, sondern auch international als Kulinarikland zu positionieren. Die Diskutantinnen und Diskutanten zeigten sich überzeugt, dass „der zukünftige Erfolg der österreichischen Kulinarik einen Brückenschlag zwischen regionaler Verwurzelung und Offenheit für Innovation verlangt“ – so der Tenor des Lunchs.

Neu bei Gaumen Hoch

Unsere Bewegung wächst: Um Menschen, die Lebensmittel verantwortungsbewusst herstellen oder verarbeiten. Und uns inspirieren, uns gesünder zu ernähren.

UNSER NEWSLETTER

Werde jetzt Teil unserer Bewegung und melde dich für unseren kostenlosen Newsletter an!

Mit deiner Anmeldung erlaubst du die regelmäßige Zusendung eines Newsletters und akzeptierst die Bestimmungen zum Datenschutz.