Wie der Spargel um seine Saison kämpft

Früher Start, harter Wettbewerb: Die Spargelsaison beginnt immer eher – und bringt heimische Betriebe durch billige Importe zunehmend unter Zugzwang.
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Die Spargelsaison hat heuer ungewöhnlich früh begonnen. Bereits in der zweiten Märzhälfte kam die erste Ware auf den Markt – ein Zeitpunkt, der noch vor wenigen Jahren kaum denkbar gewesen wäre. „Normalerweise würde die Saison frühestens Mitte April starten“, sagt Stefan Malafa vom Bio-Spargelhof Malafa aus dem niederösterreichischen Goldgeben. Möglich wird der frühe Erntebeginn durch gezielte Maßnahmen: Felder werden mit Folien vollständig abgedeckt, um Wärme zu speichern und das Wachstum der Pflanzen zu beschleunigen.

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Folienabdeckungen machen es den Bäuerinnen und Bauern in Österreich möglich, bereits früher den ersten Spargel zu stechen.

Doch dieser Vorsprung ist längst kein Luxus mehr, vielmehr wirtschaftliche Notwendigkeit. Denn der Druck durch günstige, früh verfügbare Importware wächst stetig. Laut aktuellen Branchenberichten gelangen Spargelimporte teilweise schon ab Dezember in europäische Supermärkte – mit langen Transportwegen und unter Produktionsbedingungen, die hierzulande nicht erlaubt wären. Für heimische Betriebe bedeutet das: Das Zeitfenster, in dem sie konkurrenzfähig sind, wird immer kleiner.

Ein kurzes Zeitfenster entscheidet

Die heimische Spargelsaison bleibt dabei klar begrenzt. Sie reicht im Wesentlichen von März bis Ende Mai, im Juni wird es dann schon dünn: „Da gibt es eigentlich fast keine Nachfrage mehr“, so Malafa. Umso wichtiger ist es für Produzent:innen, möglichst früh in die Vermarktung einzusteigen.

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Doch der Preisdruck ist hoch. Während viele Handelsketten ihre Preise wöchentlich neu verhandeln, will der Familienbetrieb Stabilität bieten: „Wir versuchen, unseren Partner:innen über die ganze Saison einen Fixpreis anzubieten.“ Das bedeutet auch, dass der Spargel zu Beginn oft günstiger abgegeben wird, während sich später Unterschiede bemerkbar machen. Im Schnitt liege der Preisunterschied zwischen Bio- und konventioneller Ware bei etwa einem Euro pro Kilo, erklärt Malafa. Gleichzeitig zeigt sich ein strukturelles Problem: Sinkt der Preis einmal, bleibt er oft unten – ein Mechanismus, der auch in der Branche insgesamt beklagt wird.

Arbeitskräfte im Wandel

Neben dem Preisdruck stellt die Organisation der Ernte eine der größten Herausforderungen dar. Spargel ist arbeitsintensiv, die Saison kurz – und die Verfügbarkeit von Arbeitskräften hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert.

„Seit Corona sind viele Rumäninnen und Rumänen dazugekommen“, berichtet Malafa. Damals blieben diese aufgrund von Lockdowns im Land und wechselten beispielsweise von der Gastronomie in Skihütten in die Landwirtschaft. Gleichzeitig brachen andere Gruppen weg: Polnische Arbeitskräfte, die zuvor häufig eingesetzt wurden, kamen unter anderem wegen des Ukrainekriegs nicht mehr nach Österreich.

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Spargel in hiesigen Supermärkten kommt längst nicht mehr nur aus Nachbarländern wie Italien. Importe aus Peru liegen zum Teil bereits im Dezember in den Regalen und verschieben die Spargelzeit komplett.

Herausforderungen einer Generation

Trotz aller Herausforderungen blickt Stefan Malafa der Zukunft positiv entgegen. Hat der Betrieb in seiner über 150-jährigen Tradition doch stetig Wege gefunden, mit sich ändernden Bedingungen umzugehen. Schon der Großvater lieferte seinen Spargel an Wiener Hotels und den Großmarkt. Der Vater baute vor rund 40 Jahren die Direktvermarktung aus und intensivierte den biologischen Anbau. Heute ist der Betrieb vollständig auf Spargel spezialisiert. Stefan Malafa und sein Bruder Richard bewirtschaften inzwischen mehr als 40 Hektar und nehmen sich den Herausforderungen ihrer Generation an: vom schrumpfenden Zeitfenster bis hin zum steigenden Preisdruck.

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