Heu & Gabel

Im Heu & Gabel am Meidlinger Markt isst man saisonal, bio und hausgemacht so selbstverständlich, dass Köchin Heidi Ratzinger es gar nicht extra dazusagen mag.
Heidi Ratzinger übernimmt das Heu & Gabel
© Florence Metzler

Zurück am Markt

von Redaktion

Fünf Jahre lang, von 2019 bis 2024, stand Heidi Ratzinger nur wenige Schritte entfernt vom Heu & Gabel, in der Wirtschaft am Markt, am Herd. Dort verband sie österreichische Wirtshausküche und ihre oberösterreichischen Wurzeln mit den unterschiedlichen kulinarischen Einflüssen des Meidlinger Markts. Nach zwei Jahren Abwesenheit kehrt sie nun zurück, folgt im Heu & Gabel auf Clara Aue und beschreibt ihre Rückkehr als ein „Nachhausekommen“.

© Florence Metzler
Heidi Ratzinger übernimmt das Heu & Gabel

Kleiner Raum, große Küche

Mehr als drei Jahrzehnte arbeitet Ratzinger bereits in der Gastronomie. Aufgewachsen auf einem Bauernhof im Innviertel, waren Landwirtschaft, Saisonalität und der direkte Bezug zu Lebensmitteln früh Teil ihres Alltags. Später führten sie berufliche Stationen nach Deutschland, in die Schweiz, nach Norwegen und in die USA. Am Knappenhof an der Rax erkochte sie 2018 ihre erste Haube, zuletzt arbeitete sie bei den Geschwistern Rauch in der Steiermark.

„Die Rückkehr an den Meidlinger Markt ist für mich ein Nachhausekommen.“
Heidi Ratzinger

Im Heu & Gabel steht sie nun für eine gehobene „österreichische Wirtshausküche mit einem Markteinfluss“, deren Basis insbesondere in Ratzingers oberösterreichischen Wurzeln liegt, die aber ebenso Einflüsse ihrer bisherigen Stationen, wie die genannten orientalischen der umliegenden Marktstände, aufnehmen kann. Entscheidend bleibt, was Saison und Produzent:innen gerade hergeben. 

Das Konzept dieser modifizierten Wirtshausküche trifft dabei auf ein bestehendes Fundament an regionalen Partner:innen: Das Wagyu stammt beispielsweise vom Demeter-Hof von Helga Bernold in Stronsdorf im Weinviertel, mit der sich Ratzinger bereits zu einem längeren Gespräch zusammengesetzt hat. Daneben gehören unter anderem auch der Naturhof Wieser, Reiners Erdbeeren und Gemüse und Grünzeug vom Feld zu den bestehenden Partner:innen. Dieses Fundament soll aber durchaus wachsen, wie Kathi Schinner-Krendl betont: „Heidi pflegt grundsätzlich ein enges Netzwerk an Produzent:innen. Ich glaube, wir werden eine größere Familie.“

© Heu & Gabel
Heu & Gabel
Die Produkte bezieht Heidi Ratzinger aus der Region – Bio-Qualität ist dabei für sie eine Selbstverständlichkeit.
© Heu & Gabel
Heu & Gabel
Denn aus den besten Produkten lassen sich auch die besten Gerichte kreieren.

Hohe Weihen

25 Plätze hat das „Heu & Gabel“, das in der Coronazeit ursprünglich als Feinkostladen entstanden ist. Erträumt und entwickelt wurde es von Kathi und Mario Schinner-Krendl als ein Ort, an dem nachhaltig produzierte, aus kleinen Betrieben stammende, durchwegs in Bio-Qualität gefertigte Delikatessen feilgeboten werden. Daneben gab es Frühstück und kleine Imbisse. Über die Jahre rückte die Gastronomie immer stärker ins Zentrum. Unter Clara Aue wurde das Heu & Gabel biozertifiziert, die Zusammenarbeit mit regionalen Produzent:innen weiter vertieft und im Gault&Millau Guide 2026 schließlich mit 14,5 Punkten und zwei Hauben ausgezeichnet. Nun übernimmt Heidi Ratzinger die Küche.

© Heu & Gabel
Heu & Gabel
Das Team des Heu & Gabel brachte frischen Wind auf den Meidlinger Markt.
© Heu & Gabel
Heu & Gabel
Das Team des Heu & Gabel brachte frischen Wind auf den Meidlinger Markt.
© Florence Metzler
Heidi Ratzinger übernimmt das Heu & Gabel
Mit Heidi Ratzinger (r. mit Betreiberin Kathi Schinner-Krendl) folgte die „Grätzl-Pionierin des Jahres 2020“ auf Clara Aue.
„Mit Heidi verbinden mich viele Jahre der Freundschaft. Sie war einer der Hauptgründe, warum ich den Meidlinger Markt schon lange vor dem Heu&Gabel so ins Herz geschlossen habe.“
Kathi Schinner-Krendl, Betreiberin Heu & Gabel

Dass ausgerechnet sie auf Aue folgt, hat auch eine persönliche Vorgeschichte. Mario und Kathi Schinner-Krendl waren schon lange vor der Eröffnung des Heu & Gabel regelmäßig bei Ratzinger in der Wirtschaft am Markt zu Gast. „Bei Heidi hat man immer ein gesamtkulinarisches Erlebnis geboten bekommen. Sie ist einfach ein Mensch, um den herum sich Orte schaffen, an denen man sehr gerne verweilt“, erzählt Mario Schinner-Krendl. Aus dieser Verbindung entwickelte sich über die Jahre eine Freundschaft und nun auch der lang gehegte Wunsch einer Zusammenarbeit.

© Heu & Gabel
Heu & Gabel
Die Tische im Außenbereich sind heiß begehrt und rar.
© Heu & Gabel
Heu & Gabel
Das liegt nicht zuletzt an der bereits mehrfach prämierten Küchenchefin Clara Aue.
© Heu & Gabel
Heu & Gabel

Für Ratzinger schließt sich damit ein Kreis: Nach ihrer Zeit in der Wirtschaft am Markt steht sie nun wieder am Meidlinger Markt am Herd – diesmal eben die besagten, wenigen Meter weiter in der offenen Küche des Heu & Gabel.

Vom Kopf bis zu den Füßen

Dort möchte Ratzinger auf die bestehende und gut etablierte Struktur aufbauen: Bio-Produkte, die direkte Beziehung zu Produzent:innen und eine Speisekarte, die sich an Saison und Verfügbarkeit orientiert, sollen auch unter der neuen Küchenchefin bestimmend bleiben. Außerdem soll auch der Mittag noch mehr in den Fokus rücken: „Mittags ist mir sehr wichtig. Da möchte ich gerne mit Gerichten Erinnerungen an die Kindheit bei unseren Gästen wecken.“

© Heu & Gabel
Heu & Gabel
Außergewöhnlicher Boden: Der in Wiener Neustadt ansässige Künstler Bernd Püribauer gestaltete hier einen ganz besonderen Blickfang.
© Heu & Gabel
Heu & Gabel
Außergewöhnlicher Boden: Der in Wiener Neustadt ansässige Künstler Bernd Püribauer gestaltete hier einen ganz besonderen Blickfang.

Für dieses Vorhaben bekommt Ratzinger den Raum. Produkt und Handwerk sollen im Mittelpunkt stehen, ohne dass aus anspruchsvoller Küche zwangsläufig ein förmliches Restaurant wird. Und für ihre Gäste gilt: von Kopf bis Fuß. Zufrieden nämlich. Übrigens, weil das Auge bekanntlich mitisst: Den prächtig bunten Boden im Lokal hat der Maler Bernd Püribauer gestaltet. Wir stehen da drauf.

Heu und Gabel

Heu und Gabel ist Mitglied von Gaumen Hoch*

*Gaumen Hoch ist eine Gemeinschaft von Menschen aus der Gastronomie, der Landwirtschaft, aus dem Weinbau, der Hotellerie, dem Lebensmittel-Verkauf und der -Verarbeitung, die sich mit ihrem verantwortungsvollen Handeln für einen gastronomischen Wandel einsetzen. Mit ihrer Mitgliedschaft leisten sie einen Beitrag, um diese Veränderung zu unterstützen. Gaumen Hoch-Mitglieder bekennen sich zu unserem Wertemanifest und werden jährlich von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle geprüft.

Neu bei Gaumen Hoch

Unsere Bewegung wächst: Um Menschen, die Lebensmittel verantwortungsbewusst herstellen oder verarbeiten. Und uns inspirieren, uns gesünder zu ernähren.