In der Mitte des Gesprächs mit Ulli Retter, Gastgeberin des RETTER Bio-Natur-Resorts am Pöllauberg, passiert etwas Schönes: Küchenchef Jürgen Archam – seit über 25 Jahren im Haus – serviert ein Gericht direkt an den Tisch. Gebratener Paprika, Zucchini, Champignons. Und darüber: knusprig gebratener Räuchertofu, dazu Erbsensprossen. „Der Tofu ist gleich bei uns ums Eck produziert – 15 Kilometer entfernt“, sagt Ulli Retter im Podcast. Kurze Wege, klare Herkunft. Genau das, wofür das Haus seit Jahrzehnten steht.
Tofu aus Österreich – kein Widerspruch
Dass Tofu und Regionalität zusammenpassen, ist vielen nicht bewusst. Dabei wächst die Sojaproduktion in Österreich seit Jahren stark: Laut Grünem Bericht 2025 hat sich die Anbaufläche zwischen 2018 und 2025 von rund 18.500 auf über 85.500 Hektar mehr als verfünffacht. Österreich ist damit zum drittgrößten Sojaproduzenten der EU geworden – und europäischer Spitzenreiter beim biologisch zertifizierten Anbau. Tofu aus heimischer Produktion ist also keine Kuriosität, sondern ein wachsendes Segment – und für Betriebe wie das RETTER Bio-Natur-Resort längst gelebte Einkaufspraxis.
Soja aus Österreich
Soja gilt vielen als Import-Problempflanze. Doch heimisches Soja ist eine andere Geschichte: Der Anbau gentechnisch veränderter Sorten ist in der EU verboten, ebenso die Rodung von Waldgebieten für neue Anbauflächen. Mit über 85.500 Hektar Anbaufläche (Stand 2025) und einem Bioanteil von rund 37 Prozent ist Österreich heute einer der bedeutendsten Sojaproduzenten Europas. Die größten Anbauflächen liegen in Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland. Regional eingekaufter Tofu ist damit ein Produkt mit nachvollziehbarer Herkunft – und kurzen Wegen.
Zubereitung Räuchertofu auf Grillgemüse
- Gemüse vorbereiten: Melanzani, Zucchini, Paprika, Jungzwiebeln und Fenchel in gleichmäßige Spalten oder Scheiben schneiden. Mit 3 Esslöffel Olivenöl, 1 Esslöffel grobem Meersalz, 1 Prise Pfeffer und 1 Esslöffel frischer Kräuter (z. B. Thymian, Rosmarin) vermengen.
- Gemüse grillen: Das Gemüse auf einem heißen Grill oder in einer Grillpfanne von beiden Seiten scharf anbraten, bis ein deutliches Grillmuster entsteht. Warm halten.
- Tofu vorbereiten: 500 Gramm Räuchertofu (am besten Bio und aus Österreich) in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Mit Küchenpapier trocken tupfen – das ist entscheidend für die Knusprigkeit. Die Scheiben in 2 Esslöffel Speisestärke wenden.
- Tofu anbraten: 2 Esslöffel hitzebeständiges Öl (z. B. Erdnussöl) in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Tofuscheiben von jeder Seite goldbraun und knusprig braten. Erst zum Schluss mit 1 Esslöffel Sojasauce ablöschen – nicht früher, sonst wird der Tofu weich.
- Anrichten: Das gegrillte Gemüse auf Tellern flach auslegen. Die knusprigen Räuchertofu-Scheiben fächerförmig darauf platzieren. Nach Belieben mit frischen Erbsensprossen und Kräutern garnieren.
Tipp: Räuchertofu aus österreichischer oder regionaler Bio-Produktion verwenden – beim Einkauf auf die Herkunftsangabe achten. Der Tofu muss vor dem Braten wirklich gut trocken getupft sein; Restfeuchtigkeit verhindert die Kruste. Die Sojasauce erst ganz am Ende zugeben.
Verantwortungsbewusst genießen. Am besten schmeckt’s mit regionalen und saisonalen Bio-Lebensmitteln. Wenn es dir möglich ist, kauf direkt bei biozertifizierten Produzentinnen und Produzenten ein, frag am Markt nach bio oder achte im Supermarkt auf das EU-Bio-Siegel oder Siegel, die darüber hinausgehen, wie zum Beispiel Bio Austria, Demeter, Ja Natürlich, Erde & Saat oder Bioland. Wann ist etwas wirklich bio?


















