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5 Fakten über die Brombeere, die dich überraschen werden

Sie ist eine der ältesten Heilpflanzen der Welt und nebenbei auch noch eine der beliebtesten Beeren überhaupt. Und das, obwohl die Brombeere offiziell nicht einmal als Beere gilt.
von Nick Pulina
Brombeere rot und schwarz am Strauch
© Canva

Mit der Brombeere ist nun auch die letzte der beliebten Strauchbeeren wieder zurück auf den Märkten des Landes. Wenn ihre Saison Mitte Juni beginnt, sind manche ihrer Mitstreiter schon fast wieder dem Dornröschenschlaf verfallen. Nicht so die Brombeere: Sie bleibt uns bis weit in den September hinein erhalten. Höchste Zeit also, um sie uns einmal genauer anzuschauen.

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Brombeere am Strauch

1. Die Brombeere ist gar keine Beere

Den beliebten ‚Fun-Fact‘, dass es sich bei der Erdbeere gar nicht um eine Beere handelt, sondern um eine Nuss, hat wohl jede:r schon einmal gehört. Gibt man in die Google-Suchleiste das Wort ‚Erdbeere‘ ein, findet sich ‚Nuss‘ meist unter ersten fünf Suchvorschlägen.

Die Brombeere scheint diesbezüglich weit weniger sagenumwoben zu sein – und doch ist auch sie botanisch betrachtet keine Beere, sondern eine Sammelsteinfrucht. Wie beispielsweise auch die Himbeere, die Lachsbeere oder die Moltebeere ist die Brombeere an sich eigentlich gar keine Frucht, sondern ein Verbund aus Steinfrüchten. Tatsächlich handelt es sich bei allen einzelnen kleinen, rundlichen Kammern um eigenständige Steinfrüchte, die lediglich gemeinsam an derselben Blütenachse gewachsen sind. Das erklärt auch, warum Brombeeren über so viele Kerne verfügen: Jede einzelne Kammer beinhaltet jeweils einen kleinen Stein.

2. Brombeeren sind bromfrei

„Brom ist giftig! Es verursacht schwere Verätzungen, wenn es auf die Haut kommt oder eingeatmet wird“, schreibt die Gesellschaft Deutscher Chemiker. Sollten wir also schleunigst aufhören, Brombeeren zu essen, und stattdessen lieber alle Sträucher ausreißen und verbrennen? Zum Glück ist diese Sorge völlig unberechtigt. Mit Brom haben die aromatischen Früchte glücklicherweise nicht das Geringste zu tun.

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Brombeer-Strauch mit Stacheln

Ihren Namen haben sie stattdessen vom althochdeutschen Wort ‚bramo’, was so viel wie ‚Dorn‘ bedeutet und ihnen auch ihren englischen Namen ‚bramble‘ eingebracht hat. Doch so richtig präzise ist diese Benennung auch nicht, haben Brombeersträucher doch aus botanischer Sicht eigentlich Stacheln und keine Dornen. Unangenehm anzufassen sind die stechenden Äste, die in der freien Natur bis zu sechs Meter lang werden können, allerdings in jedem Fall. Das ist auch einer der Hauptgründe für die Züchtung der heute weit verbreiteten Gartenbrombeere. Diese kommt nämlich ganz ohne Stacheln aus und bringt beinahe nebenbei auch noch sehr aromatische Früchte hervor.

3. Die Brombeere kann invasiv sein

Auch wenn sich die Gartenbrombeere hierzulande großer Beliebtheit erfreut, ist sie doch längst nicht die einzige verbreitete Art. Die allermeisten der rund 70 in Europa vorkommenden Brombeerarten sind wild wachsende und nicht weiter auffällige Pflanzen. Eine Art allerdings, die Armenische Brombeere, breitet sich inzwischen so schnell und unkontrolliert aus, dass sie auch in Österreich als invasive Art gilt.

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Brombeeren Schwarz

Sie wurde ursprünglich als Gartenpflanze eingeführt und fand wegen ihrer hocharomatischen Früchte schnell großen Anklang. Aufgrund der Ausmaße und Wuchsgeschwindigkeit ihrer stachelbesetzten Zweige sowie ihres hohen Nährstoffverbrauchs ist die Armenische Brombeere immens konkurrenzstark und neigt dazu, andere Pflanzen aus ihrem Umfeld zu verdrängen. Und da die leckeren Beeren auch im Tierreich nicht unbeachtet bleiben, gelangen ihre Samen schnell an neue Orte, wo sich wiederum neue Ableger der Pflanze ausbreiten.

Wer die Armenische Brombeere also noch im Garten hat, tut gut daran, sie möglichst zeitnah durch eine nicht-invasive Art zu ersetzen und die Abschnitte der Pflanze im Biomüll zu entsorgen, anstatt sie zu kompostieren.

4. Die Steiermark ist Brombeerland

Auch bei uns ist die Brombeere seit jeher eine heimische Pflanze. Wo genau sie ihren Ursprung hat, ist weder historisch noch botanisch genau zu sagen. Fest steht jedoch, dass sie heute auf der gesamten Nordhalbkugel wild zu finden ist und das seit Menschengedenken wohl auch schon immer war. So wächst sie auch in Österreich an jeder sprichwörtlichen Ecke.

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Brombeeren pflücken

Wenn es um den landwirtschaftlichen Anbau der Brombeere geht, sticht jedoch ein Bundesland hervor: die Steiermark. Hier wird die Brombeere im großen Stil angebaut. Laut Statistik Austria seien im Jahr 2017 insgesamt knapp über 23 Hektar mit Brombeersträuchern bepflanzt gewesen, von denen neun Hektar allein auf die Steiermark entfallen. Dort wurden sie von beinahe 50 verschiedenen Betrieben angebaut. Eine aktuellere belastbare Statistik liegt zurzeit noch nicht vor, jedoch kann davon ausgegangen werden, dass die Anbaumenge eher noch gestiegen als gesunken ist. Obstland Österreich spricht für das Jahr 2021 beispielsweise schon von rund zehn Hektar Anbaufläche in der Steiermark.

5. Die Brombeere ist eine der ältesten Heilpflanzen der Welt

Der medizinische Einsatz der Brombeere reicht mindestens bis ins Griechenland der Antike zurück – wenn nicht sogar weiter. Schon von Hippokrates ist es überliefert, dass er die Früchte, Blätter und Äste der Brombeere gesammelt und zu Arznei verarbeitet habe. Eingesetzt wurden sie vor allem bei Verdauungsbeschwerden und Entzündungen der Haut und als Wickel auf offenen Wunden.

Über Griechenland gelangte die Arzneipflanze Brombeere schließlich auch nach Rom, wo Plinius der Ältere ihre entzündungshemmende Wirkung in einigen Schriften dokumentierte. Besonders die in den Blättern enthaltenen Flavone, Gerbstoffe und ätherischen Öle machen sie auch heute noch zu einer beliebten Heilpflanze, die in der Naturheilkunde ein großes Ansehen genießt. Und auch auf gesunde Körper haben gerade die Beerenfrüchte zahlreiche positive Auswirkungen, sind sie doch überaus reich an Vitamin A, Kalzium, Kalium, Magnesium, Kupfer und Eisen. Zusätzlich können die in den Früchten enthaltenen Flavonoide und Beta-Carotine das Immunsystem anregen und gemeinsam mit dem ebenfalls enthaltenen Rutin die Gefäßstabilität fördern.

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