5 österreichische Finalisten bei EU Organic Awards 2026

Österreich dominiert die Restaurant-Kategorie bei den EU Organic Awards 2026. Die fünf Nominierten im Überblick.
EU Organic Awards
© Gaumen Hoch

Bei den EU Organic Awards 2026 stehen fünf österreichische Betriebe unter den 21 Finalisten aus zwölf EU-Ländern. Das ist eine gute Bilanz. Ein Detail sticht besonders heraus: In der Kategorie „Bestes Bio-Restaurant / Food Service“ sind alle drei nominierten Betriebe aus Österreich:

Die Gewinner werden am 23. September 2026 in Brüssel im Rahmen des EU Organic Day bekannt gegeben.

Die EU Organic Awards werden seit 2022 von der Europäischen Kommission gemeinsam mit dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, dem Ausschuss der Regionen, COPA-COGECA und IFOAM Organics Europe vergeben. Das Ziel: Exzellenz entlang der gesamten Bio-Wertschöpfungskette sichtbar zu machen, von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis zur Gastronomie. 2026 ist es bereits die fünfte Ausgabe.

Die 5 österreichischen Finalisten

Alfred Grand und seine GRAND FARM in Absdorf (NÖ)
Kategorie: Bester Bio-Bauer (männlich)

© Reinhard Gess
Alfred Grand

Alfred Grand betreibt in Absdorf seit 30 Jahren Österreichs ersten Forschungs- und Demonstrationsbauernhof — und das ohne öffentliche Förderung. Als die Finanzierung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft und das Land Niederösterreich scheiterte, entschloss sich Grand, das Projekt trotzdem zu starten. Auf seiner Anlage verbindet er pfluglose Bio-Direktsaat, Agroforst, Wurmkompostierung, Blühstreifen und eine eigene Bio-Marktgärtnerei und arbeitet dabei mit Institutionen wie der BOKU, dem FiBL und Bio Austria zusammen. Zudem berät er die EU-Kommission in Fragen der Bodengesundheit und ist einer von zwölf Betrieben weltweit, die im Global Lighthouse Farming Network der Universität Wageningen als besonders zukunftsgerichtet gelistet sind. Grand ist Gaumen Hoch-Mitglied. Grandfarm + 3

Genusskoarl GmbH in Wolkersdorf (NÖ)
Kategorie: Bestes Bio-Lebensmittelverarbeitungs-KMU

Karl Severin Traugott gründete Genusskoarl im Oktober 2016 mit einer klaren Vision: hochwertige Würzmittel zu entwickeln, die nicht nur den Gaumen erfreuen, sondern auch die Umwelt respektieren. Kernprodukt ist die WienerWürze, eine Würzsauce, die nach dem traditionellen Brauverfahren der Sojasauce, jedoch aus österreichischen Bio-Lupinen und Bio-Hafer fermentiert wird. Alle Rohstoffe werden von Bio-Austria-Landwirt:innen aus Österreich bezogen; manche wachsen nur wenige Kilometer von der Manufaktur in Wolkersdorf entfernt. 2018 wurde die WienerWürze vom Magazin Biorama zum Bio-Produkt des Jahres gekürt.

Zotter Schokolade GmbH in Riegersburg (Steiermark)
Kategorie: Bestes Bio-Restaurant / Food Service

Seit August 2006 verarbeitet Zotter ausschließlich Bio-Rohstoffe; 2007 nahm das Unternehmen eine eigene Kakaorösterei in Betrieb, die die Bean-to-Bar-Produktion komplett im eigenen Werk abbildet. Was die Nominierung in der Restaurantkategorie begründet, ist das gastronomische Gesamtkonzept in der Erlebniswelt bei Riegersburg: Der Essbare Tiergarten mit alten heimischen Tierrassen und regionalen Obst- und Gemüsesorten bildet die Basis für die Öko-Essbar, die von Zotter selbst als „nachhaltigstes Lokal des Landes“ bezeichnet wird – ein Farm-to-Table-Konzept, das konsequent auf den eigenen Betrieb zurückgreift. Zotters Produkte schnitten bei Greenpeace-Konsumentenchecks in Bereichen wie Ökologie, Inhaltsstoffe, Verpackung und artgerechte Tierhaltung wiederholt mit „hervorragend“ ab. Josef Zotter gilt als einer der wenigen Hersteller der Top-25-Liga weltweit, der durchgehend bio und fair produziert. Zotter Schokolade ist Gaumen Hoch-Mitglied.

© Graeme Kennedy
Familie Zotter
Zotter Schokolade, Riegersburg. Die Öko-Essbar in der Zotter Erlebniswelt setzt auf ein geschlossenes Farm-to-Table-Konzept: Was im Essbaren Tiergarten wächst und lebt, landet auf dem Teller.
© Zotter Schokolade
Zotter Schokolade
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Zotter Schokolade
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Zotter Schokolade
© Zotter Schokolade
Zotter Schokolade
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Zotter Schokolade

Chef Partie’s Premiummarke VOI.bio in Puch-Urstein bei Salzburg
Kategorie: Bestes Bio-Restaurant / Food Service

Andreas Birngruber, Gründer von Chef Partie, einem der ersten bio-zertifizierten Cateringunternehmen in Salzburg, eröffnete 2024 das VOI.bio im Zentrum für Visionen in Puch-Urstein. Das Konzept umfasst Fine Dining, Bistro und Bar und zieht Bio derart konsequent durch, dass sogar die Cocktailkarte das Prädikat „100 Prozent biologisch“ trägt. Weniger als ein Prozent der österreichischen Gastronomiebetriebe ist biozertifiziert, VOI.bio ist eines davon, und wurde etwas mehr als ein Jahr nach Eröffnung bereits mit zwei Hauben von Gault&Millau ausgezeichnet; 2025 kam eine dritte hinzu, dazu der Future Award Salzburg. VOI.bio ist Gaumen Hoch-Mitglied.

© Julia Haas
Andreas Birngruber vom Restaurant VOI.bio
VOI.bio, Puch-Urstein bei Salzburg. Andreas Birngrubers Restaurant im Zentrum für Visionen – von der Cocktailkarte bis zum Fine Dining konsequent bio-zertifiziert.

Köglerhof in Gramastetten (OÖ)
Kategorie: Bestes Bio-Restaurant / Food Service

Lisi und Klaus Bauernfeind haben den Köglerhof 1996 als Quereinsteiger:innen übernommen und sehen genau das als Vorteil: keine Vorlast, nur Zukunftsorientierung. Was als Bio-Bioladen begann, entwickelte sich zur zertifizierten Hofgastronomie. Vieles kommt direkt vom eigenen Hof: Fleckvieh-Limousin-Rinder, Schwäbisch-Hällische Landschweine, Weidemasthühner, Kärntner Brillenschafe und Gänse; im Keller gärt Apfel- und Birnenmost aus eigenen Streuobstwiesen. Was nicht aus der eigenen Landwirtschaft stammt, darf laut Bauernfeind ausschließlich von Partnerbetrieben kommen, die mindestens bio produzieren. 2026 erhielt der Köglerhof den Gault & Millau Future Award Oberösterreich.

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