Jedes Jahr wartet die österreichische Gastronomie mit angehaltenem Atem auf den Gault&Millau Guide. Nun ist es wieder soweit: Die Ausgezeichneten wurden verkündet. Besonders erfreulich ist, dass wieder viele Gaumen Hoch-Mitgliedsbetriebe unter den Ausgezeichneten sind. So wurde etwa das Steirereck von Heinz und Birgit Reitbauer erneut mit 5 Hauben prämiert; das Weingut Dorli Muhr erhielt 100 Punkte für seinen Blaufränkischen 2023 und wurde zugleich zum Weingut des Jahres gekürt; und das Ziegelwerk Gasthaus gewann den Future Award im Burgenland, der Schützenwirt in Salzburg.
Das sind die Gewinner:innen 2027

- Chef of the Year: Philip Rachinger vom Ois im Mühltalhof, Neufelden
- Newcomerin des Jahres: Noemi Zagoni vom Elements im Hotel Arpuria, St. Anton am Arlberg
- Lebenswerk: Karl und Rudi Obauer vom Obauer in Werfen
- Aufsteiger des Jahres: St. Peter Stiftskulinarium in Salzburg (von 13 auf 15,5 Punkte)
- Patissière des Jahres: Janina Trogisch vom Tannenhof in St. Anton am Arlberg
- Service Award des Jahres: Larissa Andres vom Jola und Lara in Wien
- Sommelière des Jahres: Nina Fink vom Gasthaus Haberl & Fink’s Delikatessen in Ilz
- Bierkarte des Jahres: Bierhotel Loncium in Kötschach-Mauthen
- Weinkarte des Jahres: Heunisch & Erben in Wien
- Weinkarte des Jahres mit Österreich-Schwerpunkt: Biohotel Gralhof in Neusach am Weissensee
- Wirtshaus des Jahres: Landgasthaus Reif in Alkoven
- Wiener Wirtshaus des Jahres: Gasthaus Ubl
- Gastronom des Jahres: Toni Mörwald
- Barkeeper des Jahres: Philipp Loidolt, Michal Zavacky und Franz Taferner von der Intermezzo Bar im InterContinental Wien
- Ambassador des Jahres: Yotam Ottolenghi
- Weingut des Jahres (neue Kategorie): Dorli Muhr in Prellenkirchen
- Entdeckung des Jahres (Wein): Tamara Kögl
Restaurantguide 2027: Eine Veränderung an der Spitze
An der Spitze des Restaurantguides kam es im Vergleich zum Vorjahr nur zu einer Veränderung: Mit fünf Hauben sind heuer acht statt neun Restaurants ausgezeichnet. Grund dafür ist die Schließung des Obauer in Werfen, da Karl und Rudolf Obauer ihren Ruhestand antreten. Über die Top-Bewertung dürfen sich nach wie vor folgende Restaurants freuen, darunter das Gaumen Hoch-Mitglied Steirereck von Heinz und Birgit Reitbauer.
5-HAUBEN-RESTAURANTS IN ÖSTERREICH 2027
- Amador, Wien: Juan Amador
- Döllerer, Golling: Andreas Döllerer
- Landhaus Bacher, Mautern: Thomas Dorfer
- Konstantin Filippou, Wien: Konstantin Filippou
- Ikarus, Salzburg: Martin Klein & Martin Ebert
- Silvio Nickol Gourmet Restaurant, Wien: Silvio Nickol & Florian Daube
- Stüva, Ischgl: Benjamin Parth
- Steirereck im Stadtpark, Wien: Heinz Reitbauer & Michael Bauböck
Gratulation an unsere Gaumen Hoch-Betriebe
Besonders hervorheben wollen wir die Auszeichnungen für unsere Mitglieder im Restaurantguide 2027, die sich für den verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln einsetzen:
GAUMEN HOCH-MITGLIEDER IM RESTAURANTGUIDE 2027
- 5 Hauben: Steirereck im Stadtpark
- 4 Hauben: RAU Nature Cuisine, der daberer. Das biohotel, Bootshaus, Restaurant Edvard, Zur Palme, Guat’z Essen, TIAN, Gasthaus Thaller
- 3 Hauben: Restaurant VOI.bio, Genusswirtschaft Mailberg, Restaurant Broadmoar, Restaurant Lurgbauer, Bär & Schaf Wirtschaft, Gasthaus Csencsits, Mangold, Gut Oberstockstall, Ziegelwerk, &flora, Landgasthaus Schiller
- 2 Hauben: Heu & Gabel, Biohotel Rupertus, Vinzenz Pauli, Bio-Hotel Gralhof, Stiegl-Gut Wildshut, Kaiser’s Hof, Lounge 81, KIAS Restaurant, Weinhaus Kirchberg am Wagram, Pichlmaiers zum Herkner, Labstelle, Wildling, Buxbaum, TIAN Bistro, Restaurant Wrenkh Wiener Kochsalon
- 1 Haube: RETTER Bio-Natur-Resort, Edlingers Tempel, Joseph, herzogin. Das andere wirtshaus
Future Awards 2027
Zum dritten Mal hat Gault&Millau gemeinsam mit der VERBUND AG die Future Awards vergeben: Heuer an neun Betriebe, je einen pro Bundesland. Ausgezeichnet werden Gastronomie-, Tourismus- und Beherbergungsbetriebe, die sich in besonderer Weise für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen. Wir gratulieren den Gaumen Hoch-Mitgliedern Ziegelwerk Gasthaus im Burgenland und Der Schützenwirt in Salzburg.
FUTURE AWARDS 2027
- Wien: Rosi
- Burgenland: Ziegelwerk Gasthaus, regionale Wirtshausküche mit Bio-Zutaten
- Kärnten: Villa Verdin x Kerschbaumer, Bioküche
- Niederösterreich: Das Markthof, Gemüse vom eigenen Biohof
- Oberösterreich: Magas Deli in Schärding, Bio, regional, Zero Waste
- Salzburg: Der Schützenwirt, Wirtshausküche mit regionalen Zutaten
- Steiermark: Kabuff in Graz, Gemüse im Mittelpunkt, regional
- Tirol: Die Wilderin in Innsbruck, regional und saisonal
- Vorarlberg: Ernele in Hittisau, regionale Küche mit Produkten aus dem Bregenzerwald
Die besten Weine 2027
Für den Weinguide hat Gault&Millau mehr als 2.000 Weine, Sekte und alkoholfreie Alternativen verkostet. Eine Fachjury bewertet sie blind nach dem 100-Punkte-System. Erstmals in der Geschichte des Guides gab es die Höchstwertung von 100 Punkten, und das gleich dreimal: für den Blaufränkisch Alte Reben L 2023 von Moric, den Sauvignon Blanc Südsteiermark DAC Ried Zieregg XT GSTK 2017 von Tement und den Blaufränkisch Carnuntum DAC Ried Spitzerberg-Obere Spitzer 1ÖTW 2023 von Dorli Muhr, einem Gaumen Hoch-Mitgliedsbetrieb.
Weingut Dorli Muhr gleich doppelt prämiert
Das Weingut Dorli Muhr in Prellenkirchen im Carnuntum wurde außerdem zum Weingut des Jahres gekürt. Gewürdigt wird ausdrücklich auch das Team: Dorli Muhr führt das Weingut gemeinsam mit ihrer Tochter Anna Niepoort und Kellermeister Lukas Brandstätter, der ihre Ideen im Keller umsetzt. Neben Dorli Muhr wurden auch Else und Peter Zuschmann-Schöfmann von der gleichnamigen Sektkellerei in der Kategorie Sekt des Jahres ausgezeichnet.
Erstmals hat Gault&Millau auch alkoholfreie Alternativen zu Wein verkostet. Die Jury sah in den einzelnen Kategorien einen deutlichen Qualitätsanstieg, besonders überzeugten sogenannte „Proxies“, also vielschichtige Kompositionen aus unterschiedlichen, oft fermentierten Zutaten.
GEWINNER:INNEN WEINGUIDE 2027
- Weingut des Jahres: Dorli Muhr in Prellenkirchen
- Entdeckung des Jahres: Tamara Kögl aus der Steiermark, biodynamisch geführtes Weingut
- Sekt des Jahres: Zuschmann-Schöfmann aus dem Weinviertel, für den Chardonnay Ried Schrickerberg Brut Sekt Austria Große Reserve 2021
- Alternativer Wein des Jahres: Georg Nigl
- Freiheit des Jahres (alkoholfreie Alternative): Weingut Weixelbaum mit dem Ex Sparkling aus dem Kamptal
- Weinhändler des Jahres: Morandell, Weinhändler werden ab heuer ebenfalls ausgezeichnet
Mehr dazu: Die besten alkoholfreien Alternativen 2027 und die besten Weinhändler 2027
Gratulation an unsere Gaumen Hoch-Winzer:innen
Auch unter den ausgezeichneten Winzer:innen sind viele unserer Mitglieder, die sich für verantwortungsbewussten Weinbau einsetzen:
GAUMEN HOCH-BETRIEBE IM WEINGUIDE 2027
- 5 Trauben: Dorli Muhr, Feiler-Artinger, Hirsch, Loimer, Wieninger, Zuschmann-Schöfmann
- 4 Trauben: Braunstein, Michael Edlmoser, Ebner-Ebenauer, Erwin Tinhof
- 3 Trauben: Viktor Fischer, Esterházy, Hajszan Neumann
- 2 Trauben: Reckendorfer
Die besten Hotels 2027
Im Hotelguide zeichnet Gault&Millau acht Hotels in verschiedenen Kategorien aus, die Preisträger wurden bereits bei der Verleihung bekannt gegeben. Gourmethotel des Jahres ist das Bergergut im oberösterreichischen Mühlviertel, ein Mitglied von Gaumen Hoch.
GEWINNER:INNEN HOTELGUIDE 2027
- Hotel des Jahres: Eriro in Ehrwald
- Neueröffnung des Jahres: The Companion in Wien
- Gourmethotel des Jahres: Bergergut in Afiesl
- Ambiente Award: Townhouse Weißes Kreuz
- Familienhotel des Jahres: Reiters Finest Family
- Longevity Hotel des Jahres: Vivamayr Medical Health Resort
- Wellnesshotel des Jahres: Stanglwirt Bio- & Wellnessresort in Going am Wilden Kaiser
- Grünes Hotel des Jahres: Naturhotel Forsthofgut
Was ist Gault&Millau?
Der Gault&Millau wurde 1969 in Frankreich gegründet, die erste österreichische Ausgabe erschien 1980. Gegründet haben ihn die Journalisten Henri Gault und Christian Millau. Der Guide bewertet ausschließlich die Küche; Ausstattung und Service fließen nicht in die Wertung ein. Theoretisch könnte also sogar eine einfaches Landgasthaus fünf Hauben erkochen. Die Tester:innen kommen anonym, und am Ende fließt auch ihr persönlicher Geschmack in das Urteil ein.
Wie wird bewertet?
Die Hauben beruhen auf einem Punktesystem mit maximal 20 Punkten. Die erste Haube gibt es ab 11 Punkten, fünf Hauben ab 19. Die fünfte Haube kam erst mit dem Guide 2020 dazu, nachdem es vier Jahrzehnte lang höchstens vier gegeben hatte. Die besten österreichischen Lokale hatten im internationalen Vergleich sonst keine Chance auf die Höchstwertung. Damals erreichten fünf Köche 19 Punkte.
Gewertet wird, was auf dem Teller landet: Frische und Qualität der Produkte, die Kreativität in der Zubereitung, ob klassisch oder modern gedacht, und die Stimmigkeit der Komposition. Suppen, Saucen und Garung müssen präzise sein, und der Eigengeschmack der Zutaten soll erhalten bleiben.
- 5 Hauben (19 bis 19,5 Punkte): Höchstwertung, gedacht für Restaurants von Weltniveau
- 4 Hauben (17 bis 18,5): Küche, die bei Kreativität, Qualität und Zubereitung Maßstäbe setzt
- 3 Hauben (15 bis 16,5): hoher Grad an Kochkunst
- 2 Hauben (13 bis 14,5): sehr gute Küche, die mehr bietet als das Alltägliche
- 1 Haube (11 bis 12,5): ambitionierte Küche
- ohne Haube (10 bis 10,5): gute Küche, wie man sie in jedem gutbürgerlichen Haus voraussetzen kann
Die 20 steht zwar am oberen Ende der Skala, einer Haubenstufe ist sie aber nicht zugeordnet: Die oberste endet bei 19,5.
Was ist das Besondere am österreichischen Guide?
Österreich hat in Europa eine Sonderstellung: Kaum ein Land mit so kleiner Fläche hat so viele Hauben pro Kopf. Der Gault&Millau Österreich wurde 1983 erstmals veröffentlicht und zählt heute über 900 Restaurants, 300 Weingüter und rund 200 Hotels. Bewertet wird unabhängig – die Tester:innen bleiben anonym und bezahlen ihre Rechnungen selbst.
Wie viele Hauben gibt es insgesamt?
Jährlich werden in Österreich rund 3.000 Hauben vergeben – Tendenz steigend. Die meisten Hauben hält traditionell Wien, gefolgt von Salzburg, der Steiermark und Tirol.
Unnützes Wissen zum Gault&Millau-Restaurantführer
- Der Name Gault&Millau wird französisch ausgesprochen: Go und Mijo.
- Der Gault&Millau wurde ursprünglich als „Guide des bonnes tables“ (dt. „Führer zu den guten Tischen“) konzipiert – als bewusster Gegenpol zu Michelin, der nur „Luxus“ bewertete.
- Die berühmten Tester:innen von Gault&Millau essen jährlich rund 250 Menüs – inkognito, versteht sich.
- 1994 wurde Eckart Witzigmann als erster Nicht-Franzose zum „Koch des Jahrhunderts“ gekürt.
Gaumen Hoch gratuliert
Wir gratulieren allen Ausgezeichneten – den neuen Aufsteiger:innen ebenso wie den alten Hauben-Held:innen – und sagen: Danke für Haltung, Qualität und Leidenschaft. Sie alle zeigen, dass gute Küche weit mehr ist als Technik oder Luxus: Sie ist Kultur, Verantwortung und die wohl köstlichste Form von Fortschritt.






















