Nach dem ersten Tag voller Keynotes, Diskussionen und Masterclasses wurde am Gaumen Hoch-Symposium gefeiert: Beim Fest der Pionier:innen wurden die Gaumen Hoch-Awards verliehen. Die Auszeichnung für Ökointelligenz erhielten Vorreiter:innen für ihre außergewöhnliche Arbeit für eine gesunde, genussvolle und verantwortungsbewusste Ernährungskultur. Danach verlagerte sich die Aufmerksamkeit von der Bühne auf die Teller: zum großen Gaumen Hoch-Dinner, das fünf Köch:innen mit Bio-Lebensmitteln und -Weinen aus dem Gaumen Hoch-Netzwerk gemeinsam gestalteten.
Die Gaumen Hoch Awards 2026
Am Abend des 7. Oktober standen in der Reitschule Grafenegg zunächst die Ausgezeichneten im Mittelpunkt: Die Gaumen Hoch-Awards 2026 erhielten Menschen, die früh erkannt haben, was ein funktionierendes Ernährungssystem braucht – und danach handelten. Verliehen wurden die Awards in drei Kategorien: Landwirtschaft & Weinbau, Verarbeitung und Gastronomie.





„Die Ausgezeichneten zeigen, dass ökologisches und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein, wirtschaftlicher Erfolg und guter Geschmack keine Gegensätze sind. Zudem verbindet sie die Überzeugung, dass die Zukunft unseres Ernährungssystems bei den Menschen beginnt, die Verantwortung übernehmen.“
Kategorie Landwirtschaft & Weinbau: 4 Ausgezeichnete
Ausgezeichnet wurden in drei Kategorien – Landwirtschaft & Weinbau, Verarbeitung und Gastronomie – insgesamt elf Preisträger:innen. In der erstgenannten Kategorie ehrten die Gaumen Hoch-Gründer:innen Alexandra Seyer-Gmeinbauer und Reinhold Gmeinbauer gemeinsam mit Partner:innen während der Verleihung in Grafenegg insgesamt vier Betriebe.
- Sigrid und Gerhard Zoubek vom ADAMAH BioHof erhielten den Preis, gesponsert von Bio Austria. „Am Anfang ging es uns nicht einmal um die Gesundheit, es ging uns nur um den Boden“, erklärt Sigrid Zoubek auf der Bühne die Motivation für die Gründung von Adamah.
- Demeter sponserte die Auszeichnung von Reinhild Frech-Emmelmann von Reinsaat, die in ihrer Dankesrede einen Appell an die Anwesenden richtete: „Samenfeste Sorten sorgen auch für ein friedliches Miteinander.“
- Ebenfalls von Demeter ausgezeichnet wurden Christine und Nikolaus Saahs vom Weingut Nikolaihof. Christine Saahs sprach dabei vor allem der jüngeren Generation Mut zu, ihren eigenen Weg konsequent zu verfolgen.
- Kurier-Chefredakteur Alfred Schwendinger ehrte Fred Schwendiger von der Regionalwert AG Niederösterreich – Wien.
Kategorie Verarbeitung: 3 Ausgezeichnete
In der Kategorie Verarbeitung folgten drei Geehrte:
- Elisabeth und Josef Eder von der Bio-Hofbäckerei Mauracher wurden vom Kurier ausgezeichnet.
- Johannes Gutmann von Sonnentor (durch die Austria Bio Garantie) wurde für seinen „Bio-Pioniergeist“ ausgezeichnet. „In erster Linie geht es um die Vision und um die Geschichten in einem Haus. Schuld sind bei mir meine Mitarbeitenden“, richtete der selbsternannte „Bio-Spinner“ den Dank an sein gesamtes Sonnentor-Team.
- Den Preis für Nuart vulgo Hafner (durch Bio Austria) nahm stellvertretend Josef Nuart entgegen, der jedoch betonte: „Der Dank gilt meiner Frau Margit und unseren Kindern.“
„Die haben einen Vogel, da oben am Berg, haben damals viele Menschen in Kärnten gesagt. Heute tragen wir den Vogel in unserem Logo.“
Kategorie Gastronomie: 4 Ausgezeichnete
Den Abschluss im Sinne der Wertschöpfungskette bildete die Gastronomie, in der vier Betriebe ausgezeichnet wurden.
- Inge und Willi Daberer haben mit ihrem Der Daberer – das Biohotel einen Ort geschaffen, an dem Bio vollständig gelebt wird. Aus einer Pension entstand einst eines der ersten Bio-Hotels Österreichs. „Die haben einen Vogel, da oben am Berg, haben damals viele Menschen in Kärnten gesagt. Heute tragen wir den Vogel in unserem Logo“, sagte Marianne Daberer, die stellvertretend für ihre Eltern den Preis entgegennahm.
- Ulli Retter vom Retter. Bio-Natur-Resort (ausgezeichnet durch die Austria Bio Garantie) wurde besonders für ihr Event „Steirisch AufRETTERn“ gelobt, bei dem sie jährlich die Bio-Lieferant:innen vor den Vorhang holt: „Es freut uns einfach so, dass wir unsere Bio-Produzent:innen mit unseren Gästen in Kontakt bringen können. Das ist das schönste Fest im Jahr.“
- Ebenfalls ausgezeichnet wurden Margit und Otto Wandl vom Biohotel Leutascherhof – diesen Preis sponserte Bio-Austria. Die beiden schafften es sogar, einige der bestehenden Lieferant:innen über die Jahre so von ihrem Bio-Weg zu überzeugen, dass diese auf biologische Bewirtschaftung umstellten.
- Elisabeth Kolarik eröffnete 1992 die Luftburg – Kolarik im Prater und führte sie seitdem Schritt für Schritt in Richtung Bio – heute sind alle servierten Gerichte in Bio-Qualität. Für diese Leistung erhielt die Pionierin durch den Kurier einen Gaumen Hoch-Award.
„Die Ausgezeichneten zeigen, dass ökologisches und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein, wirtschaftlicher Erfolg und guter Geschmack keine Gegensätze sind”, so die Gaumen Hoch-Gründer:innen Alexandra Seyer-Gmeinbauer und Reinhold Gmeinbauer. „Zudem verbindet sie die Überzeugung, dass die Zukunft unseres Ernährungssystems bei den Menschen beginnt, die Verantwortung übernehmen.“
„Wir alle erhalten für die gesamte Gesellschaft sauberes Trinkwasser und saubere Böden. Und damit die nötige Wertschätzung bei den Landwirt:innen ankommt, haben wir noch einiges zu tun.“
Wofür steht die Auszeichnung für Ökointelligenz?
Ökologische Regeneration gelingt nicht durch einzelne Maßnahmen, sie setzt eine Verschiebung im Denken voraus. Der Preis für Ökointelligenz würdigt genau das: die Fähigkeit, ein Ernährungssystem nicht nur zu optimieren, sondern es als lebendiges Ganzes zu verstehen, vom Boden über die Landwirtschaft bis zum Teller. Ausgezeichnet werden Menschen, die diese Verbindung nicht nur erkannt, sondern danach gehandelt haben, mit Konsequenz, oft gegen den wirtschaftlichen Mainstream ihrer Zeit.
Das Dinner der Gaumen Hoch-Köch:innen











































Im Anschluss an die Preisverleihung übernahmen fünf Köchinnen und Köche aus dem Gaumen Hoch-Netzwerk die Küche: Kias Burget (KIAS – Modern Brazilian Restaurant), Patrick Faist (Restaurant Broadmoar), Martin Nuart (Bär & Schaf Wirtschaft), Emilia Orth-Blau (Rosa & Marie) sowie Karl Wrenkh (Wrenkh Restaurant & Kochsalon) gestalteten das exquisite Gaumen Hoch-Dinner, das die Themen des Symposiums auf die Teller der Gäste brachte.
Fünf Küchen, fünf sehr unterschiedliche Zugänge – und doch ein gemeinsamer Nenner: Gekocht wurde mit Bio-Zutaten von Gaumen Hoch-Produzent:innen, mit Herkunft als zentralem Bezugspunkt.
Für die Weinbegleitung sorgte das Winzer:innenkollektiv respekt-BIODYN, ein 2007 gegründeter Verband biodynamisch arbeitender Weingüter aus Österreich, Deutschland, Italien und Slowenien. Die Mitgliedsbetriebe eint eine Wirtschaftsweise, die den Weinberg als Teil eines größeren Kreislaufs versteht, mit Boden, Pflanze, Tier und Mensch als gleichwertigen Elementen.
Ein Abend als Fortsetzung der Debatte
Das Fest der Pionier:innen bildete den Abschluss des ersten Symposiumstages und zugleich eine Art Fortsetzung dessen, was tagsüber auf der Bühne diskutiert worden war: mit der Auszeichnung von Pionier:innen der Ökointelligenz und einem kulinarischen Erlebnis, das den Geschmack von Herkunft, Handwerk und Wertschätzung für unsere Natur und Lebensmittel trug.

















