Bodenerosion, Klimawandel, eine zunehmend industrialisierte Landwirtschaft und die Frage nach der künftigen Versorgungssicherheit: Die Probleme unseres Lebensmittel- und Ernährungssystems lassen sich längst nicht mehr isoliert voneinander betrachten. Genau hier setzt das erste Gaumen Hoch Symposium an, das am 7. und 8. Oktober 2026 in der Reitschule Grafenegg stattfindet.
GAUMEN HOCH-SYMPOSIUM
🗓️ 7. und 8. Oktober 2026
📍 Grafenegg Reitschule | Rudolf Buchbinder Saal
- Inspiration
- Vernetzung
- neue Perspektiven

„Insellösungen und Silodenken werden uns in dieser Thematik nicht weiterbringen. Wir sind laufend am Problembeheben, sollten aber eigentlich dazu übergehen, uns diesen Herausforderungen zu widmen und systemübergreifend zu diskutieren.“
Bei einem Pressegespräch in der Luftburg Kolarik im Wiener Prater stellten Gaumen Hoch-Gründer:innen Alexandra Seyer-Gmeinbauer und Reinhold Gmeinbauer gemeinsam mit dem Wissenschaftler und Autor Martin Grassberger das neue Format und seine inhaltliche Ausrichtung vor. Grassberger übernimmt die inhaltliche Kuratierung des Symposiums.
Bildergalerie zum Pressegespräch








Zwei Tage für die Zukunft unseres Ernährungssystems
Unter dem Titel „Wenn das System kippt: Was uns morgen wirklich nährt“ bringt das Symposium Akteur:innen aus Landwirtschaft, Gastronomie, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft zusammen.

„Wir glauben immer, dass wir einzelne Probleme lösen müssen. […] Wir können diese Systeme nicht dominieren. Wir können, wie das einmal schön bezeichnet wurde, mit diesen Systemen tanzen.“
Dabei soll es nicht allein um Erträge, Effizienz oder andere messbare Kennzahlen gehen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Voraussetzungen ein Ernährungssystem braucht, damit Menschen, Natur und Gesellschaft langfristig gesund bleiben können.
Der Themenbogen reicht entsprechend weit: von Bodengesundheit, Klimaresilienz und dem Zusammenspiel von Boden, Pflanze und menschlichem Mikrobiom über Arbeitsbedingungen sowie Wertschöpfungs- und Lieferketten bis zur kulturellen und bioregionalen Identität von Lebensmitteln. Auch die Frage, welche persönlichen und gesellschaftlichen Werte einer ökologischen Transformation zugrunde liegen müssen, soll diskutiert werden.
Ökologische Integrität
Bodengesundheit, Umwelt, Klimaresilienz, Mikrobiom-Kontinuum von Boden, Pflanze und Mensch.
Soziale & ethische Bedingungen
Arbeitsbedingungen, Wertschöpfungs- und Lieferketten, soziokulturelle Dimensionen von Ernährung, Partizipation und Co-Kreation.
Die „Essenz des Ortes“
Kulturelle, bioregionale Identität und kulinarisches Erbe jenseits von gesichtsloser Massenware.
Innere Transformation
Warum ökologische Regeneration eine „Werte-Inventur“ im Menschen voraussetzt.
Systemisches Denken
Abkehr vom „Name and Blame“ hin zu förderlichen Bedingungen für Lebendigkeit als ganzheitlichen Denk- und Handlungsansatz.
Von Landwirtschaft bis Gastronomie

Die unterschiedlichen Perspektiven spiegeln sich auch in der Auswahl der Speaker:innen wider. Angekündigt sind unter anderem Helmy Abouleish von SEKEM, Boris Voelkel von Voelkel Biosäfte, die Gastronomen Heinz Reitbauer und Paul Ivić, Christian Hamerle vom Food Service Innovation Lab by Dussmann sowie die Marktgärtnerin und Autorin Clara Heinrich. Aus Landwirtschaft und Weinbau kommen unter anderem Sepp Braun, Alfred Grand, Birgit Braunstein und Fred Loimer hinzu.

„Es geht hier um einen Systemwechsel, der übergreifend ist, der nicht im Landwirtschaftsministerium aufhört und nicht im Wirtschaftsministerium und nicht im Gesundheitsministerium. Wir sollten uns endlich einmal zusammensetzen und sagen: Was ist das, was wir jetzt gemeinsam tun müssen?“
Neben Keynotes und Diskussionen sind künstlerische Interventionen Teil des Programms. Am Abend des ersten Symposiumstages folgt das „Fest der Pionier:innen“, bei dem Gaumen Hoch-Köch:innen wie Patrick Faist vom Restaurant Broadmoar, Martin Nuart von der Bär & Schaf Wirtschaft, Kias Burget, Emilia Orth-Blau von Rosa und Marie und Karl Wrenkh für die kulinarische Begleitung sorgen.
Ein Thinktank über Branchengrenzen hinweg
Das Symposium richtet sich bewusst nicht an eine einzelne Branche. Lebensmittelproduzent:innen und Gastronom:innen sollen ebenso angesprochen werden wie Menschen aus Wissenschaft, Politik, Gesundheitswesen und Medien sowie Student:innen und interessierte Konsument:innen.
Damit will Gaumen Hoch erstmals einen interdisziplinären Thinktank schaffen, der Lebensmittelproduktion und Ernährung nicht getrennt, sondern als zusammenhängendes System betrachtet. Zwei Tage, an denen nicht nur darüber gesprochen werden soll, was künftig auf unseren Tellern landet – sondern auch darüber, unter welchen Bedingungen es entsteht und was uns am Ende tatsächlich nährt.


















