Feiertags-Rezepte: Weniger Perfektion und mehr Genuss

Ein gutes Weihnachtsmenü muss nicht kompliziert sein. Entscheidend ist, dass es vorbereitbar, gut kombinierbar und entspannt servierbar ist.
Weihnachtliche Festtagstafel
© Canva

Weihnachten darf festlich sein. Aber es muss nicht perfekt sein. Diese Seite hilft dir, dein Menü stressfrei zu planen, bewusst einzukaufen und Reste sinnvoll weiterzudenken – mit von der Redaktion kuratierten Rezepten unserer Gaumen Hoch-Mitglieder.

3 einfache Prinzipien für entspannte Festtage

  • 1. Plane weniger, aber klüger. Ein gutes Menü braucht keine Vielfalt, sondern Struktur. Gerichte, die sich vorbereiten lassen, nehmen Druck – und machen Platz für Genuss.
  • 2. Kaufe besser, nicht mehr. Gerade zu Weihnachten lohnt es sich, auf gute Bio-Qualität zu setzen. Nicht alles muss perfekt sein – aber bewusste Entscheidungen machen einen Unterschied.
  • 3. Denke das Danach gleich mit. Reste sind kein Scheitern, sondern Teil des Plans. Viele Gerichte werden am nächsten Tag sogar besser.

Menüfolgen, die Ruhe bringen

Menüfolge 1: Klassisch & ruhig

Für alle, die Tradition mögen – aber nicht den Stress.

  • Vorspeise: Klare Suppe oder leichter Salat (am Vortag vorbereitbar)
  • Hauptgang: Ein Schmor- oder Ofengericht, das Zeit statt Aufmerksamkeit braucht
  • Beilage: 1–2 einfache, saisonale Beilagen
  • Dessert: Etwas, das gekühlt wird und nicht à la minute entsteht

Vorteil: alles lässt sich gut vorbereiten, kein Stress kurz vor dem Essen.

Beispiel: Pastinaken-Hirse-Cremesuppe mit gerösteten Sonnenblumenkernen | Boeuf Bourguignon und Leinölerdäpfel | Feigenblatt-Panna Cotta

Resteverwertung: Aus der Pastinaken-Hirse-Cremesuppe wird am nächsten Tag mit etwas weniger Flüssigkeit ein cremiges Püree, das gut zu Ofengemüse oder als Basis für Laibchen funktioniert. Übrig gebliebenes Boeuf Bourguignon eignet sich hervorragend als Ragù zu Pasta oder Polenta, alternativ auch als Füllung für Palatschinken oder Strudel. Die Leinölerdäpfel lassen sich kalt zu einem Erdäpfelsalat weiterdenken oder in der Pfanne knusprig braten. Die Feigenblatt-Panna Cotta kann, falls sie nicht mehr gestürzt wird, einfach im Glas bleiben und mit etwas Frucht oder Keksbröseln als Dessert Nummer zwei serviert werden.

Menüfolge 2: Weniger Fleisch, voller Geschmack

Für gemischte Runden und bewusste Genießer:innen.

  • Vorspeise: Gemüse im Mittelpunkt
  • Hauptgang: Pflanzlich oder mit kleinem, hochwertigem Fleischanteil
  • Beilage: Saisonal & unkompliziert
  • Dessert: Fruchtbetont oder nussig

Vorteil: leichter, oft besser verträglich – und für viele Gäste passend.
Beispiel:

  • Rote-Rüben-Tatar mit zweierlei Erbse
  • Geschmorter Sellerie mit Verjus-Sauce
  • Zitronentarte

Resteverwertung:

  • Aus dem Rote-Rüben-Tatar wird am nächsten Tag mit etwas Joghurt oder Frischkäse ein Aufstrich, der gut zu Brot oder als Füllung für Wraps passt.
  • Der geschmorte Sellerie eignet sich wunderbar als Basis für ein Gemüsegröstl oder, grob gehackt, für Laibchen.
  • Reste der Zitronentarte lassen sich zerlegen und als Schichtdessert mit Joghurt oder Schlagobers neu zusammensetzen.

Menüfolge 3: Für viele Gäste

Wenn viele Menschen an einem Tisch sitzen.

  • Vorspeise: zum Teilen
  • Hauptgang: aus dem Ofen oder Topf
  • Beilage: skalierbar, nicht heikel
  • Dessert: in Gläsern oder als Kuchen

Vorteil: kein à-la-carte-Kochen, sondern gemeinsames Essen.
Beispiel:

  • Rotkraut-Kastanien-Cremesuppe mit Apfelcroûtons
  • Geschmorte Lammschulter mit schwarzen Bohnen und Sterz
  • Vorarlberger Riebel mit Apfelmus

Resteverwertung:

  • Die Rotkraut-Kastanien-Cremesuppe wird am nächsten Tag mit etwas Brühe und Gewürzen zu einer aromatischen Sauce für Knödel oder Pasta.
  • Übrig gebliebene Lammschulter lässt sich zupfen und zu einem schnellen Lammragout, einer Pasta oder einer Füllung für Fladenbrot weiterverarbeiten.
  • Vom Vorarlberger Riebel bleibt selten viel übrig, aber falls doch, kann er in der Pfanne angebraten und mit Apfelmus oder Kompott als süßes Frühstück serviert werden.

➡️ Alle passenden Rezepte findest du weiter unten auf dieser Seite.

2. Besser einkaufen – nicht mehr

Gerade zu Weihnachten lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Nicht alles muss bio sein. Nicht alles muss perfekt sein.

Aber:

  • weniger einkaufen, dafür bewusster
  • Bio-Qualität, wo es Sinn macht
  • Betriebe unterstützen, die Verantwortung übernehmen

Gute Zutaten machen nicht nur geschmacklich einen Unterschied – sie helfen auch dabei, weniger zu verschwenden und bewusster zu genießen.

3. Weniger verschwenden – ohne perfekt zu sein

Niemand kocht Weihnachten, um etwas wegzuwerfen. Und trotzdem passiert es.

Was hilft:

  • lieber etwas weniger planen, dafür gezielt
  • Gerichte wählen, die sich weiterverwenden lassen
  • Reste als zweiten Genuss sehen, nicht als Fehler

Ein gutes Weihnachtsessen endet nicht am Abend – sondern oft erst am nächsten Tag

Rezepte für entspannte Feiertage

Vorspeisen

Fest oder flüssig, das ist hier die Frage. Drei Suppen-Optionen, Leberknödel oder Sauerkraut mal anders.

Hauptspeisen und Beilagen

Die Königsdisziplin. Der kulinarische Höhepunkt des Abends. Keine Frage, hier kann die Familie beeindruckt werden. Wie wäre es zum Beispiel mit Hirschleberknödeln? Auch Trüffel sind natürlich eine Bank, wenn es um festliche Anlässe geht. Oder doch lieber Fisch? Die Qual der Wahl.

Zum Dessert

Der süße Abschluss. Bevor sich alle wieder über die Kekse hermachen, darf ein Dessert natürlich nicht fehlen. Cremig, luftig, fruchtig oder füllig – hier ist garantiert für jeden was dabei.

Die passenden Weine

Verantwortungsbewusst genießen. Am besten schmeckt’s mit regionalen und saisonalen Bio-Lebensmitteln. Wenn es dir möglich ist, kauf direkt bei biozertifizierten Produzentinnen und Produzenten ein, frag am Markt nach bio oder achte im Supermarkt auf das EU-Bio-Siegel oder Siegel, die darüber hinausgehen, wie zum Beispiel Bio Austria, Demeter, Ja Natürlich, Erde & Saat oder Bioland. Wann ist etwas wirklich bio?

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